Die Bauwirtschaft warnt, dass Deutschlands größtes Infrastrukturprogramm ins Stocken zu geraten droht. Zwar stehen durch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität jährlich 30 Milliarden Euro für Bauprojekte bereit, doch es fehlen schon heute 10.000 Bauplaner und tausende Tiefbau-Fachkräfte. Laut einer aktuellen Untersuchung könnten dadurch Ausschreibungen scheitern, Baukosten explodieren und Milliarden verpuffen. Ohne zusätzliche Fachkräfte und einfachere Vergabeverfahren bleiben Straßen, Brücken und Schulen trotz historischer Investitionssummen marode.
Deutschlands Infrastruktur steht vor einer erheblichen Herausforderung: Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) stellt zwar in den kommenden zwölf Jahren jährlich 30 Milliarden Euro für dringend notwendige Bauprojekte bereit. Doch es fehlen bereits jetzt die Fachkräfte, um diese Milliarden auch tatsächlich in Bauvorhaben umzusetzen. Laut einer aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mangelt es vor allem an Bauplanern. Rund 10.000 Experten wären nötig, um die Projekte überhaupt auf den Weg zu bringen. Ohne schnelle Gegenmaßnahmen droht das ambitionierte Programm ins Stocken zu geraten. Denn noch bevor auf Deutschlands Baustellen Bagger rollen, müssen Ausschreibungen erstellt, Genehmigungen geprüft und Aufträge vergeben werden. Genau hier liegt jedoch das Problem: Nach Berechnungen des IW müssten die Vergabekapazitäten in Behörden und Planungsbüros um etwa zwei Drittel steigen. Doch schon heute fehlen die entsprechenden Spezialisten. Brücken, Straßen und Schulen bleiben dadurch noch länger marode, während die Milliarden aus dem Sondervermögen auf Eis liegen.
Fachkräftemangel verschärft sich im Tiefbau
Besonders gravierend zeigt sich der Engpass bei Bauingenieuren, Prüfstatikern und Bauleitern. Laut Studie sind 81 Prozent der offenen Stellen in diesen Bereichen unbesetzbar, weil es schlicht keine verfügbaren qualifizierten Bewerber gibt. Insgesamt summiert sich die Lücke auf 10.000 fehlende Bauplaner. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Studienanfänger in einschlägigen Fächern, was eine kurzfristige Entlastung unwahrscheinlich macht. Damit bleibt nach Einschätzung der Experten nur eine Option: die radikale Vereinfachung von Vergabeprozessen und regulatorischen Vorgaben.
Auch im Tiefbau ist die Situation angespannt. Um die dringend erforderliche Sanierung von Straßen, Schienen und Brücken zu bewältigen, müssten die Kapazitäten um rund 18 Prozent wachsen. Doch stattdessen fehlen bereits heute über 4.000 Fachkräfte – vom Bauarbeiter bis zum Tiefbauingenieur. In der Praxis bedeutet das, dass mehr als 80 Prozent der Stellen rechnerisch unbesetzbar sind.
Internationale Zuwanderung als letzte Chance
In den vergangenen Jahren konnte die Bauwirtschaft die Lücken nur durch Zuwanderung aus osteuropäischen EU-Staaten abfedern. Diese Möglichkeit stößt jedoch zunehmend an Grenzen. Daher fordern Experten nun eine stärkere Anwerbung qualifizierter Fach- und Vorarbeiter aus Drittstaaten außerhalb der EU. Ohne internationale Rekrutierung droht ein Stillstand bei vielen Infrastrukturmaßnahmen.
Preissteigerungen könnten Milliarden vom Sondervermögen Infrastruktur entwerten
Der Mangel an Personal hat nicht nur Folgen für die Baugeschwindigkeit, sondern auch für die Kosten. Wenn die Nachfrage nach Bauleistungen schneller steigt als die Kapazitäten, verteuern sich die Projekte. Schon ein Kostenanstieg von drei Prozentpunkten würde dazu führen, dass 100 Milliarden Euro des Sondervermögens real verpuffen. „Der Bund muss sich um mehr Fachkräfte kümmern und Bauen einfacher machen“, fordert IW-Experte Alexander Burstedde. „Sonst werden durch Preissteigerungen Milliarden verpuffen.“ Gleichzeitig rückt damit auch die Frage in den Vordergrund, ob Deutschland in der Lage sein wird, das gigantische Infrastrukturprogramm überhaupt planmäßig umzusetzen. Ohne zusätzliche Fachkräfte und strukturelle Reformen droht die größte Investitionsoffensive der kommenden Jahre an der Realität des Arbeitsmarktes zu scheitern.


















. . . na ja, ganz so schlimm kann es nicht sein. Ich bin am 30. Juni 2025 als Maurermeister in Rente gegangen und wollte eigentlich bis Ende 2026 arbeiten – vergessen Sie es, keine Chance in ganz Deutschland einen Job zu bekommen – zu alt – zu teuer!
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