Winterbaustellen - mehr Arbeitsschutz erforderlich

News , 30.01.2019 , Frank Kessler Winterbaustellen - mehr Arbeitsschutz erforderlich
Foto: Thomas Lucks - BG BAU

Heutzutage sind selbst in der kalten Jahreszeit Bauarbeiten auf Baustellen aufgrund der modernen Technik keine Seltenheit mehr. Doch gerade zur Winterzeit lauern durch Schnee, Glätte und Kälte besondere Gefahren, die die Arbeitssicherheit gefährden. So sind die Arbeitnehmer auf Winterbaustellen insbesondere durch Erkältungskrankheiten und Unfallrisiken bedroht. Aus diesem Grund sollten die Unternehmen besonders zu dieser Jahreszeit auf den Arbeitsschutz achten.

Besonders in der Winterzeit herrscht ein hoher Krankenstand. Laut Fehlzeitenreport der Krankenkasse AOK lag dabei die Arbeitsunfähigkeit im Hoch- und Tiefbau im Jahr 2018 bei 15 Tagen. Im Schnitt sind das 3,3 Tage mehr als in anderen Branchen. Gegenüber den Beschäftigten bei Versicherungen und Banken sind das sogar 5,7 Tage mehr. Für kleine und mittlere Betriebe sind die Fehlzeiten ein großer Kostenfaktor. Chronische Erkrankungen der Atemwege oder Erkältungskrankheiten entstehen häufig durch falsche Kleidung. Wer bei Kälte auf dem Bau arbeitet, kommt trotzdem ins Schwitzen. Eine Erkältung ist ohne Winterschutzkleidung vorprogrammiert. Besser ist das Zwiebelprinzip. Hierbei trägt man mehrere Schichten Kleidung übereinander, wobei die äußere Kleidung die Nässe abhalten soll und der Schweiß nach außen getragen wird.

Die Arbeitgeber sind gesetzlich zur Arbeitssicherheit verpflichtet

Deshalb müssen die  Unternehmen und Beschäftigten für persönlichen Kälteschutz und ein sicheres Arbeitsumfeld sorgen", erklärt Bernhard Arenz, Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Denn die Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, auf den Schutz ihrer Beschäftigten zu achten. Sie müssen prüfen, welche Schutzkleidung zweckmäßig ist. Sinnvoll ist die Kleidung, die die DIN Normen EN 20471 und EN 343 erfüllen. Diese Kleidung kombiniert den Wetterschutz mit der Warnfunktion. Ebenso wichtig sind geeignete Schutzhandschuhe und Schutzschuhe. Diese müssen rutschfeste Sohlen haben. Außerdem sollten Wintermützen unter den Schutzhelmen getragen werden.

Arbeitsschutz besonders zur kalten Jahreszeit beachten

Ein weiteres Thema sind die vielen Unfälle zur kalten Jahreszeit. Im letzten Winter wurden über 23.000 meldepflichtige Unfälle gemeldet. Die größten Gefahren drohen bei rutschigen Flächen auf Gerüsten, Verkehrswege oder Baumaschinen. Deshalb müssen die Räum- und Streupflichten beachtet werden. Vor unangenehme Überraschungen können sich die Firmen bereits im Vorfeld schützen. Schon bei der Projektplanung sollte der Winterdienst mit einbezogen werden. Denn oftmals sind auch die schlechten Lichtverhältnisse an Unfällen auf den Baustellen schuld. Deshalb müssen besonders in der dunklen Jahreszeit die Baustellen sehr gut beleuchtet werden. Geboten sind auf den Arbeitsplätzen mindestens 500 Lux. Auf den Verkehrswegen sollte blendfreies Licht mit 20 Lux vorhanden sein. Der wirksame Arbeitsschutz verringert die Zahl der jährlichen Erkrankungen und kann Unfälle vorbeugen. Das Thema Arbeitssicherheit sollte deshalb besonders zur kalten Jahreszeit beachtet werden.