Wohnungsbau: Förderkürzungen gefährden Tausende Bauprojekte

Foto: Roland Riethmüller

Der Wohnungsbau könnte vor einem weiteren schweren Rückschlag stehen. Die geplanten Kürzungen der Wohnungsbauförderung stoßen in der Bau- und Wohnungswirtschaft auf scharfe Kritik. Führende Branchenverbände warnen, dass zahlreiche Neubau-, Sanierungs- und Investitionsprojekte auf der Kippe stehen. Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und die Baustoffindustrie drohen sinkende Aufträge, Kapazitätsabbau und weitere Insolvenzen. Ein gemeinsamer Brandbrief an Bundesregierung und Bundestag macht deutlich, welche Folgen die Branche erwartet und welche Maßnahmen sie stattdessen fordert. 

Die geplanten Kürzungen der Wohnungsbauförderung sorgen für massive Kritik in der Bau- und Wohnungswirtschaft. Ein breites Bündnis führender Branchenverbände warnt davor, dass deutlich weniger Fördermittel zahlreiche Neubau- und Sanierungsprojekte ausbremsen oder sogar vollständig verhindern könnten. Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und die Baustoffindustrie drohten damit neue Auftragsrückgänge, ein weiterer Kapazitätsabbau und zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit. So sollen nach Angaben des Verbändebündnisses Wohnungsbau im Jahr 2027 allein für den Wohnungsneubau rund 1,4 Milliarden Euro weniger Fördermittel zur Verfügung stehen als noch im laufenden Jahr. Die Organisationen sprechen von einer tiefen Krise im Wohnungsbau, die durch die geplanten Einsparungen weiter verschärft werde. Bereits genehmigte Projekte könnten auf Eis gelegt werden, weil Investoren ihre Kalkulationen neu bewerten oder Finanzierungen nicht mehr tragfähig seien.

Wohnungsbau-Förderung gestrichen, Verbände schlagen Alarm

In einem gemeinsamen Brandbrief an Bundesregierung und Bundestag formulieren die Spitzenverbände ungewöhnlich deutliche Kritik. Wörtlich heißt es: „Dass der Bund genau in dieser Zeit das Geld, das der Wohnungsbau als Förderung dringend braucht, zusammenstreicht, ist fatal.“ Nach Einschätzung des Bündnisses würden zahlreiche Neubau-, Sanierungs- und Investitionsvorhaben infolge der Förderkürzungen gestrichen. Viele bereits geplante Bauprojekte könnten gar nicht erst umgesetzt werden. Die Folge wären sinkende Bauaktivitäten und eine weitere Belastung für die gesamte Wertschöpfungskette – vom Bauunternehmen über das Handwerk bis hin zur Baustoffindustrie.

Gefahr für Unternehmen und Fachkräfte

Die Verbände sehen erhebliche wirtschaftliche Risiken für die Branche. Weniger Bauaufträge könnten Unternehmen dazu zwingen, Kapazitäten abzubauen. Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass qualifizierte Fachkräfte dauerhaft verloren gehen. Der Brandbrief warnt deshalb ausdrücklich: „Fachkräfte gehen von Bord und kommen auf absehbare Zeit auch nicht wieder zurück. Es wird – ganz sicher – weitere Insolvenzen geben.“ Gerade für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe wären solche Entwicklungen problematisch. Nach mehreren schwierigen Jahren hatten viele Betriebe auf eine Stabilisierung des Wohnungsbaus gehofft. Statt neuer Investitionsimpulse drohe nun jedoch erneut Unsicherheit.

Wohnungsbau: Planungssicherheit bleibt entscheidender Faktor

Die Verbände kritisieren außerdem, dass die Kürzungen den erst kürzlich angekündigten politischen Signalen für mehr Wohnungsbau widersprächen. Noch im Juni hatte die Bundesregierung auf einer Investorenkonferenz über neue Perspektiven für den Wohnungsbau gesprochen. Nun fehle vielen Marktteilnehmern das Vertrauen in verlässliche Rahmenbedingungen. Besonders deutlich formuliert das Bündnis seine Position mit dem Satz: „Der Wohnungsbau ist kein ‚X-Prozent-Streichkandidat‘.“ Gleichzeitig betonen die Verbände, dass Wohnungsbau langfristige Planungssicherheit benötige, von der Finanzierung über die Genehmigung bis zur Fertigstellung.

Forderungen an die Bundesregierung

Neben dem Erhalt der Fördermittel fordert das Verbändebündnis schnellere strukturelle Reformen. Dazu zählt insbesondere das seit Langem angekündigte Gebäudetyp-E-Gesetz, das nach Auffassung der Verbände Baukosten senken und Genehmigungen vereinfachen könnte. Zusätzlich sprechen sie sich für Änderungen bei der Sonderabschreibung aus und kritisieren die Kürzungen im Bereich der energetischen Modernisierung. Diese erschwerten aus Sicht der Branche nicht nur Investitionen in den Gebäudebestand, sondern gefährdeten zugleich die Klimaziele im Gebäudesektor.

Sollte der Bund die Wohnungsbauförderung trotz Haushaltsdruck ausbauen?

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Subventionen aus Steuergeldern
Subventionen sind die Belohnung für das Versagen
(Dr. Markus Krall)

Es kann keine zukunftsfähige Lösung sein, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.

Baukosten senken – Potenziale nutzen: ein Drittel Einsparung möglich

Die Initiative kostenreduziertes Bauen (Hamburg) hat in den drei Handlungsfeldern; Kostenreduzierende Baustandards, Optimierte Planung und Prozesse sowie Beschleunigte Verfahren Kosteneinsparpotenziale ermittelt, die es ermöglichen, Baukosten um bis zu 2.000 Euro brutto pro m² Wohnfläche zu senken.
https://www.bezahlbarbauen.hamburg/baukosten-senken-potenziale-nutzen-ein-drittel-einsparung-moeglich-1016028

Aber die Verbesserung bzw. Veränderung der Prozesse im Bauwesen wird schon seit Jahren eingefordert.

Geringe operative Leistungsfähigkeit und Produktivität. (McKinsey)
https://www.mckinsey.de/news/presse/infrastruktur-und-wohnen-deutsche-ausbauziele-in-gefahr

Geringer Wertschöpfungsgrad von ca.30% (Roland Berger)
file:///C:/Users/Win10%20Pro%20×64/Documents/B.M/Eigene%20Bilder/dokumente/roland_berger_digitalisierung_bauwirtschaft_final.pdf

Exorbitante Fehlerquote (BauInfoConsult),
https://bauinfoconsult.de/presse-fehlerkosten-am-bau-in-2021-mit-rund-165-milliarden-immer-noch-zu-hoch/
also verbauter Schaden der wieder korrigiert werden muss.
(2020 ca.18,0 Milliarden Euro, 2021 ca.16,5 Milliarden Euro und 2022 ca.13,0 Milliarden Euro),

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