Wohnungsneubau kann Bedarf nicht decken

News , 03.06.2015 , Jennifer Brandt Bild zu: Wohnungsneubau kann Bedarf nicht decken
Foto. Roland Riethmüller

Der Wohnungsneubau ist und bleibt einer stärksten Treiber der Bauwirtschaft. Dennoch zeigt sich derzeit ziemlich deutlich, dass die Fertigstellung von Wohnungen im Jahr 2015 nicht reichen wird, um den mittelfristigen Bedarf zu befriedigen. Die Gründe dafür sind zahlreich und müssen dringend betrachtet, die Probleme gelöst werden. Andernfalls wird sich die bereits angespannte Wohnsituation, vor allem in Ballungsgebieten, weiterhin zuspitzen.

Der Mangel an Wohnraum ist seit langem ein echtes Problem, obwohl es um den Wohnungsneubau grundsätzlich gut bestellt ist in der deutschen Bauwirtschaft. Die deutsche Bauindustrie zeigt sich daher skeptisch, diese Situation kurzfristig beseitigen zu können. Immerhin müssen bis zum Jahr 2020 durchschnittlich gut 300.000 neue Wohnungen im Jahr geschaffen werden, um den steigenden Bedarf zu decken. Gerade im Rahmen der immer stärkeren Zuwanderung und auch demografischen Entwicklung stellt dies eine echte Herausforderung dar. Immerhin wird der Bedarf dadurch vor allem an kleinem Wohnraum immer größer.

Es zeigt sich, dass im Jahr 2014 zwar in zehn deutschen Großstädten 10.500 Wohnungen mehr genehmigt wurden als noch 2013. Trotz allem ist dies noch zu wenig, um den Bedarf decken zu können. Hier sind insbesondere die Kommunen gefordert zusätzliches Bauland auszuweisen.

Eine weitere Herausforderung stellt die Bezahlbarkeit von ausreichendem Wohnraum dar. So muss natürlich sichergestellt sein, dass sich zahlungsschwächere Menschen, wie auch Zuwanderer, den Wohnraum leisten können. Hier ist daher vor allem auch die Politik gefragt. Schließlich müssen die staatlichen Regulierungen so angepasst werden, dass sie sich nicht mit dem Ziel nach mehr Wohnraum im Wege stehen. Dabei steht vor allem die Energieeinsparverordnung (EnEV) aber auch der Umwelt- und Bodenschutz auf dem Prüfstand. Diese drei Faktoren haben sich nämlich bereits als Preistreiber im Wohnungsbau erwiesen.

Am Ende gilt es, dass Wohnungs- und Bauwirtschaft auch ihren Beitrag zur Kostensenkungen im Wohnungsneubau leisten müssen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sieht hier insbesondere Verbesserungspotenzial in der Digitalisierung von Bauprozessen. So ist es möglich, schneller und kostensicherer zu planen und zu bauen. Aber auch die Vorzüge des seriellen Wohnungsbaus bilden eine Möglichkeit, die bestehende Problematik zu entspannen.