Zu geringe Baugenehmigungen und Auswirkungen Wohnungsbau

News , 07.02.2019 , Frank Kessler Zu geringe Baugenehmigungen und Auswirkungen Wohnungsbau
Foto: Roland Riethmüller

Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im vergangenen Jahr von Januar bis November 315.200 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt. Besonders stark zurückgegangen ist dabei die Zahl der Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser. Das bisherige Ergebnis reicht demnach nicht aus, um den hohen Bedarf nach Wohnraum zu decken. Durch den Engpass drohen höhere Baupreise, verstärkte Baumängel und weitere Überschreitung der Bauzeiten.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat kürzlich die aktuellen Zahlen für das Jahr 2018 vorgelegt. Demnach wurden im vergangenen Jahr rund 1.600 Baugenehmigungen mehr als im Vorjahr erteilt. Besonders angestiegen ist dabei die Zahl bei Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen. Hier betrug der Anstieg 4,5 Prozent. Für Einfamilienhäuser ging die Zahl der Genehmigungen leicht zurück. Hier waren es rund 0,5 Prozent weniger. Für Zweifamilienhäuser ist die Zahl sogar um 5,2 Prozent zurückgegangen. Um in Deutschland den hohen Bedarf nach Wohnraum decken zu können, muss daher nach Einschätzung des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau (VQC) noch mehr getan werden. Mit der jetzigen Geschwindigkeit könne das ambitionierte Ziel der Koalition nicht erreicht werden, bis 2021 anderthalb Millionen zusätzliche Wohnungen zu bauen. Denn um dieses zu erreichen, müssten jährlich weitere 375.000 Wohneinheiten geschaffen werden.

Anstieg der Baugenehmigungen bei Wohnhäusern mit mehr als drei Wohnungen

Zwar müssen für eine konkrete Aussage noch die Zahlen für Dezember 2018 abgewartet werden, fest steht aber schon jetzt, dass das Ziel deutlich verfehlt wurde. Allerdings könnte der Zuwachs an Genehmigungen für den Bau von Wohnraum mit mehr als drei Wohnungen schon ein Indiz dafür sein, dass in den Ballungszentren die Bautätigkeiten anziehen werden. Der Grund für das Sinken der Genehmigungen für den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern könne mit dem Anstieg der Baupreise und dem Fachkräftemangel beim Bau zusammenhängen. "Wenn tatsächlich jährlich bis zu 375.000 Wohnungen gebaut werden sollten, könnte die Übernachfrage nach Facharbeitern nachhaltige Konsequenzen - besonders für den privaten Bauherren - haben", befürchtet VQC-Vorsitzender Udo Schumacher-Ritz. Die Folgen davon wären steigende Baukosten, fehlerhafte Bauausführungen und lange Bauzeiten. Allein schon deshalb wird den Bauherren eine unabhängige Qualitätskontrolle empfohlen. Die Sachverständige des VQC begleiten den Bau von Einfamilienhäusern von Anfang bis zum Ende. So wird der Bau eines Eigenheims nicht zum Kalkulationsrisiko. Systematische Baukontrollen gehören schon längst zum Alltag dazu. Nur so könnten Baumängel systematisch gefunden werden, erklärt Schumacher-Ritz.