Zu geringe Produktivität - Bauindustrie braucht Paradigmenwechsel

News | Frank Kessler | 17.08.2020
Zu geringe Produktivität - Bauindustrie braucht Paradigmenwechsel
Foto: Roland Riethmüller

Laut aktuellen Studien ist die Produktivität der Bauindustrie in den letzten 20 Jahren nur um ein Prozent jährlich gestiegen. Damit liegt die Branche weit hinter anderen Bereichen zurück. Nur wenn traditionelle Bauprozesse optimiert werden, kann die Produktivität steigen. Es fehlt ein Paradigmenwechsel, bei dem mit einem neuen Ansatz Planer und Ausführende gemeinsam an einem Datenmodell arbeiten.

In den letzten 20 Jahren ist die Produktion in der Bauwirtschaft nur um ein Prozent jährlich gestiegen. Damit belegt die Branche im Branchenvergleich der Produktivitätssteigerung einen der letzten Plätze. Außerdem hat die Mehrheit der Projekte mit Kosten- und Zeitüberschreitungen zu kämpfen. Die geringe Steigerungsrate und die Ineffizienzen sind auch auf die nur sehr losen Verbindung zwischen den unterschiedlichen Beteiligten zurückzuführen. Demnach arbeiten diese in der Regel getrennt an ihrem eigenen Datensatz. Rund 30 Prozent der Planungszeit für ein Gebäude wird für die Koordination zwischen Architekten, Energieexperten, Tragwerks- und MEP-Ingenieuren sowie anderen Baubeteiligten aufgewendet.

Traditionelle Prozesse werden in Frage gestellt

"Wir müssen die traditionellen Prozesse unserer Industrie in Frage stellen, um sie zu verbessern", erklärt Viktor Várkonyi, Chief Division Officer der Planning & Design Division und Mitglied des Vorstands der Nemetschek Group. "Unsere Vision ist es, Design- und Planungsexperten dabei zu unterstützen, sich von einer nicht synchronisierten Arbeitsweise in Silos zu agilen, interdisziplinären Teams weiterzuentwickeln, in denen sie alle wesentlichen Projektinformationen in Echtzeit austauschen können." Weiter betont er, dass eine Kollisionserkennung sinnlos sei. Stattdessen sollten Kollisionen überhaupt vermieden werden.

Paradigmenwechsel durch multidisziplinäre Teamarbeitsumgebung

Die Technologie werde es möglich machen, dass die Kunden den Großteil ihrer Zeit für den kreativen Designprozess verwenden. Zahlreiche Marken der Nemetschek Group waren an der Entwicklung der multidisziplinären Teamarbeitsumgebung involviert. Die Grundlage für die Innovation ist, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. "Mit diesem neuen integrierten Ansatz können Architekten, Bauingenieure und MEP-Ingenieure gemeinsam an Planungsprozessen arbeiten, und zwar in einer funktionsübergreifenden, interaktiven und kooperativen Weise",
erklärte Huw Roberts, CEO von GRAPHISOFT. Dieser Paradigmenwechsel wird die Produktivität der Baubranche erheblich verändern. So können schnelle Entscheidungen getroffen werden, die auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Die Art und Weise, wie Architekten und Ingenieure zusammenarbeiten, wird sich dadurch nachhaltig verändern. Das Ergebnis sind Gebäude, die innerhalb des Zeitfensters und des Kostenrahmens fertiggestellt werden.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von iWDVS Netzwerk am 21.08.2020 )

Wichtig ist die Planung gerade im Fassadenbereich mit vorgefertigten Bauelementen, wie z.B. Systemfenster, Raffstorekästen, Leibungsplatten, zweite Dichtebene, usw. mit immer gleichen Regeldetails egal ob Putzfassade, WDVS oder Holzbau, da liegt ein Zeitersparnispotenzial von mind. 60% und die Systeme sind prozesssicher auf einander abgestimmt. iwdvs.de

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