Zukunft Bau - Nachhaltigkeit und Energieeffizienz entscheidet

News | Frank Kessler | 18.03.2020

Die Erstellung und der Betrieb von Gebäuden sind die mit Abstand größten Hebel für Nachhaltigkeit im Umgang mit limitierten Ressourcen. Das wird der Baubranche aktuell immer stärker bewusst. Um das bei Bauprojekten verstärkt zu berücksichtigen, nutzen Unternehmen auf verschiedensten Stufen der Bau-Wertschöpfungskette innovative digitale Lösungen. Wer sich dem verweigert, wird auf seinem Markt künftig nicht mehr berücksichtigt. warnt eine aktuelle Studie.

"BIM - are you ready?" ist der Titel einer neuen Studie der Managementberatung Dr. Wieselhuber & Partner (W&P). In ihr geht es darum, wie verschiedene Player in der Wertschöpfungskette der Baubranche Strategien, Arbeitsweisen und die eigene Organisation an die künftige Bedeutung von Building Information Modeling (BIM) anpassen. Im Kommentar zur eigenen Studie verweist W&P auf die hohe Bedeutung solcher Maßnahmen für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Ungefähr 30 Prozent des CO2-Fußabdrucks und 90 Prozent stofflicher Ressourcennutzung werden durch Gebäude verursacht, schreibt die Managementberatung. Den Ressourceneinsatz und die Materialwahl bewusst zu optimieren, sei zwingende Verpflichtung aller Beteiligten. Dieser Verpflichtung kommen die Unternehmen mit digitalen Lösungen nach, "die vor wenigen Jahren noch als utopische Science-Fiction galten", fährt W&P fort.

Digitallösungen beschleunigen und optimieren Bauvorhaben

W&P nennt als Beispiele digitaler Lösungen für optimierte Bauvorhaben beispielsweise Künstliche Intelligenz, die beim Bau von Quartieren Parameter wie Mikro-Klima, Beschattung, Nutzungseffizienz und Windgeschwindigkeiten simuliert und bewertet. Ein weiteres Beispiel sind steuernde zentrale Planungsmodelle, durch die Vorkonfekonierung und JIT-Lieferung (Just in Time) ganzer Module auf die Baustelle möglich werden. Andere Digitallösungen simulieren Raumklima und Belichtung bei Gebäuden. So optimieren sie die Energieeffizienz für das Wohlbefinden der Nutzer und das spezifische Wohlfühlklima. Nicht zuletzt ist BIM in den Situationen nützlich, in denen man den Klima-Fußabdruck und den Energieaufwand von Baustoffen und Komponenten hinterlegt. Auf diese Weise lässt sich die Materialwahl in Bezug auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit optimieren.

Wer die Herausforderungen ignoriert, bleibt zurück

Insbesondere die erwähnte Datenlieferung für BIM wird die Spreu vom Weizen trennen. Wer als Anbieter benötigte Daten für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit nicht liefert oder liefern kann, wird auf seinem Markt künftig nicht mehr berücksichtigt, prognostiziert W&P. Erfolgreich wird bei den Bauakteuren dagegen derjenige, der den CO2-Fußabdruck zum Beispiel durch nachwachsende Rohstoffe wie Holz optimiert. Für private Bauherren und renditeorienerte Investoren sind die Nachhaltigkeit eines Immobilienprojekts, seine Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) und sein Wert über den gesamten Lebenszyklus hinweg (Life-Cycle-Value) mittlerweile wichtige Entscheidungskriterien. Unternehmen auf den verschiedensten Stufen der Bau-Wertschöpfungskette müssen darauf passend reagieren, kommentiert W&P.

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