Holz spielt eine tragende Rolle in der Zukunft der Bauwirtschaft. Durch die Verwendung von Holz beim Bauen können Millionen Tonnen von CO2 eingespart werden. Die Nachfrage nach Holz spiegelt sich auch bei der Zahl neuer Ausbildungsverträge in der Holzwirtschaft wider. Daher wünscht sich der Holzbau mehr Planbarkeit und Kontinuität von der Regierung. Vermisst wird die Verlässlichkeit in der Baupolitik, denn das Bauen mit Holz sollte erleichtert werden.
In der diesjährigen Frühjahrstagung diskutierten die drei großen Holzbauverbände Deutschen Holzfertigbau-Verband (DHV), ZimmerMeisterHaus (ZMH) und 81fünf in Berlin über die Zukunft der Bauwirtschaft. Bemängelt wurde die Verlässlichkeit der Baupolitik und die zuverlässige Nachverfolgung der gesetzten Ziele. Dieses Bild versuchte Ministerialdirigent Lothar Fehn Krestas vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) zu korrigieren: „Zwar sei die aktuelle Lage der Bauwirtschaft als Herausforderung anzusehen, die Bundesregierung habe jedoch etliche Maßnahmen in die Wege geleitet, um die Baukonjunktur und insbesondere den Geschosswohnungsbau wieder anzukurbeln.“ Dazu gehöre auch die Holzbauinitiative der Bundesregierung. Gleichzeitig betonte er jedoch auch, dass Ziegel und Beton immer noch ihre Daseinsberechtigung hätten. Die Teilnehmer der Tagung kritisierten, dass mit dieser Aussage wieder keine Klarheit geschaffen worden wäre.
Deutschland bietet viele natürliche Ressourcen für den Holzbau
In Deutschland gibt es viele natürliche Ressourcen für die Holzwirtschaft. Wenn Holz mit Augenmaß als Baustoff eingesetzt wird, können jährlich 6,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Es könne daher nicht oft genug betont werden, wie gut Holz als Baustoff für das Klima sei. Den Menschen hierzulande müsse daher deutlich gemacht werden, warum Holz als Baumaterial so wichtig sei. Der Ursprung von Holz liegt im Wald. Forstwirte kümmern sich nicht nur um die Ernte, sondern auch um den Waldumbau und dessen Erneuerung. Das Interesse an einer Ausbildung als Forstwirt nimmt ständig zu. Junge Menschen sind begeistert von Natur und Technik, was der Holzbau für sich nutzen möchte.
Stabile Entwicklung bei Berufen mit Holz
So ist der Tischler, der je nach Region auch als Schreiner bezeichnet wird, der wohl bekannteste Beruf in der Holzwirtschaft. Rund 8.000 neue Ausbildungsverträge zum Tischler verzeichnet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) pro Jahr. „Während die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge in den dualen Ausbildungsberufen in den letzten zehn Jahren insgesamt um rund acht Prozent fiel, sehen wir hingegen bei den Tischlern eine erfreulich stabile Entwicklung mit einer weitgehend konstanten Zahl an neuen Auszubildenden“, konstatiert Johannes Schwörer, Präsident vom Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie und verwandter Industrie- und Wirtschaftszweige (HDH). Die Gründe dafür liegen in der Vielseitigkeit und der Einsatzgebiete. Tischler haben die Möglichkeit, sich sowohl im Fensterbau als auch im Möbelbereich zu etablieren. Davon profitiert der Holzbau.
Zimmerer-Ausbildung boomt: Vielfalt und Zukunft in der Holzwirtschaft
Die Zahl der Ausbildungsverträge für Zimmerer hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Im Herbst 2023 wurde die Zahl von neuen Ausbildungsverträgen mit 4.500 deutlich überschritten. Die Auszubildenden setzen sich aus Abiturienten wie auch Realschulabsolventinnen und Hauptschüler zusammen. Im Holzbau gibt es aber nicht nur Tischler und Zimmerer. Holzbearbeitungsmechaniker und Holzmechaniker gehören ebenso dazu. Von beiden wird ein guter Umgang mit Holz und mit der Steuerung von Maschinen erwartet. „War früher viel Muskelkraft in den klassischen Holzberufen gefragt, so erleichtern heute Maschinen den Arbeitsalltag“, erläutert Schwörer. „Gleichzeitig erfordern Automatisierung und Digitalisierung teils neue Kompetenzen, die Thema in der dualen Ausbildung sind und diese Berufe noch interessanter machen.“ Trotzdem gibt es in der Holzwirtschaft aktuell noch viele offene Stellen.

















