Ostdeutsche Grenzkriminalität bedroht Handwerk

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Foto: Arno Bachert / pixelio.de

Dass das Schengener Abkommen und die damit verbundenen Grenzöffnungen innerhalb Europas einen Fortschritt darstellen, steht außer Frage. Dennoch werden auch immer wieder Schattenseiten dieser quasi grenzenlosen Freiheit festgestellt. Gerade im Osten Deutschlands beklagen vielen in Grenznähe ansässige Unternehmen immer häufiger eine verschlechterte Sicherheitssituation. Umso stärker ist die Forderung gegenüber den Verantwortlichen der Politik, hierfür eine Lösung zu finden.

Anlässlich steigender Kriminalität in den Grenzregionen, vor allem Ostdeutschlands, fordern die Handwerkskammern Dresden und Cottbus von der Politik ein Umdenken und engagierteres Handeln, um die Sicherheit wieder zu verbessern. Dass die Kriminalität dieser Region ein immer größeres Problem wird, belegt eine aktuelle Umfrage beider Handwerkskammern. Immerhin leidet ein Viertel aller Betriebe in Ostsachsen und Südbrandenburg unter mangelnder Sicherheit durch unsere polnischen und tschechischen Nachbarn.

Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Bau- und Kraftfahrzeuggewerbe, aber auch aus denen des gewerblichen Bedarfs und des Gesundheitswesens beklagen sich über steigende Kriminalität. Aus dem Kammerbezirk Cottbus sind das im Detail immerhin 41 Prozent der Betriebe, im Kammerbezirk Dresden noch 31 Prozent, die sich weniger sicher fühlen als noch im Jahr 2011. Der größte wirtschaftliche Schaden entsteht den Unternehmen dabei durch Diebstähle, speziell von Kraft- und Baufahrzeugen sowie -geräten, Buntmetallen und Baumaterialien an sich. Um diese Verluste einmal in Zahlen zu beziffern: Man spricht in Cottbus von 1,43 Millionen Euro und in Dresden von 1,35 Millionen Euro.

Interessant ist auch die Wahrnehmung verbesserter Sicherheitsmaßnahmen. So gibt man im Kammerbezirk Cottbus an, dass die Polizei deutlich häufiger präsent sei als zuvor. In Dresden sieht man das etwas anders. Man ist der Meinung, es sei überhaupt keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Um sich also nicht auf Dritte verlassen zu müssen und sich einfach sicherer zu fühlen, werden die Betriebe inzwischen selbst aktiv. Dazu gehört die Installation von Alarmanlagen und Videoüberwachung genauso wie der Einbau von Sicherheitstüren und -glas.

Dennoch sind die Kammerbezirke Cottbus und Dresden bestrebt, auch durch die Politik Veränderungen zu bewirken. Aus diesem Grund hat man gemeinsam eine Art Maßnahmenplan aufgestellt und den Verantwortlichen vorgelegt.

Eine der vier wesentlichsten Forderungen ist die intensivere Zusammenarbeit zwischen der Polizei aus Deutschland, Tschechien und Polen. Darüber hinaus erwartet man aber auch, dass die Bundespolizei stärker in ihren Aufgaben unterstützt werden sollte. Dieser Anspruch beinhaltet insbesondere, dass an den Grenzen generell eine erhöhte Polizeipräsenz herrschen sollte. Zu diesem Punkt gehört in gewisser Weise außerdem auch, dass man neben der Präsenz auch härter durchgreifen muss. Damit ist beispielsweise ein größerer Kontroll- und Verfolgungsdruck gemeint. Zu guter Letzt wünscht man sich Fortschritte in der technischen und personellen Ausstattung der Polizei. Nur so ist es dauerhaft möglich, erfolgreich gegenüber den Kriminellen vorzugehen und diese langfristig von ihren Taten abzuhalten.

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