Wenig Kredite trotz niedriger Zinsen

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Foto: Uta Herbert / pixelio.de

Die Euro-Krise verschärft sich immer mehr und obwohl die derzeit niedrigen Zinsen der EZB attraktiv sind, ist die Kreditwilligkeit der Unternehmen eher gering. Vielmehr setzen die Firmen heute auf alternative Konzepte, um ihre Finanzkraft zu stärken. Eine aktuelle Befragung der TNS Infratest im Auftrag der Commerzbank hat genau das bei den befragten mittelständischen Unternehmen bestätigt.

Dass die europäische Finanzkrise immer brisanter wird, ist in der Öffentlichkeit täglich zu verfolgen. Vielleicht ist die Kreditbereitschaft der Unternehmen auch gerade deswegen so gering. Sollte man doch meinen, dass das historisch niedrige Zinsniveau die Zahl der Kreditabschlüsse erhöht, so ist das Gegenteil der Fall. Immer mehr Firmen nehmen davon Abstand, Kredite abzuschließen und wählen stattdessen andere Wege. Die von TNS Infratest durchgeführte Befragung belegt, dass 78 % der Unternehmen der Meinung sind, dass sie durch eine Kreditaufnahme auch eine Einschränkung ihrer unternehmerischen Freiheit sehen. Aber auch wegen der möglichen Risiken und Belastung für Inhaber und Nachfolger nehmen Firmen  inzwischen allzu gerne Abstand von Kreditabschlüssen.

Um also auch ohne Kredite immer liquide zu bleiben, wählen Unternehmen immer öfter den Weg der Innenfinanzierung. 61 % der Befragten entscheiden sich dabei für die Innenfinanzierung aus Gewinnen, Rücklagen und Cashflow.

Die Wuppertaler Unternehmensberatung Thielenhaus & Partner nimmt diese Umfrageergebnisse zum Anlass, den Firmen dringend anzuraten, ihr Finanz- und Risikomanagement auf Herz und Nieren zu prüfen. Denn leider ist es immer wieder zu erkennen, dass viele Unternehmen kein funktionierendes Frühwarnsystem haben, das die Marktentwicklung kontinuierlich beobachtet, um dann schnell und richtig darauf zu reagieren. Ein weiteres Problem in Firmen sei der Verstoß gegen eine alte Grundregel der Finanzbranche. Diese besagt, dass mittel- und langfristiger Bedarf nicht kurzfristig finanziert werden sollte. Genau das tun Unternehmen aber immer wieder und schaffen sich damit Probleme ihrer Liquidität. Thielenhaus & Partner rät auch unbedingt zur Nutzung des derzeit so attraktiven Zinsniveaus. Die Kreditaufnahme unter Anwendung des günstigen Zinssatzes  ist definitiv ein richtiger Weg zur Optimierung der Finanzierungsstruktur. Dietrich W. Thielenhaus merkt dabei an: „ Im Einzelfall sollte mit der Bank geklärt werden, ob und wie langfristige Darlehen zur Sicherung der aktuell günstigen Konditionen umgeschuldet werden können. Selbst beim Anfall von Vorfälligkeitsentschädigungen kann dieses Vorgehen zu deutlichen Einsparungen führen.“ Sollten Hausbanken hier nicht die gewünschten Aktionen ermöglichen, ist diese Option auch eine gute Gelegenheit, andere Angebote von Kreditinstituten einzuholen. Letztlich belebt hierbei Konkurrenz auch das Geschäft.

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