Zinsstütze für EH-55-Standard: Bau begrüßt neuen Haushalt

Foto: halfpoint / envatoelements

Der Bundestag hat den neuen Bundeshaushalt für das Jahr 2024 beschlossen. Für den klimafreundlichen Neubau wird zwar eine Milliarde Euro bereitgestellt. Doch die Baukosten dürften nicht durch zusätzliche Anforderungen in die Höhe schnellen. Trotzdem gibt es weitere Kritikpunkte. Dazu gehören die Einschnitte bei der energetischen Stadtsanierung. Außerdem müssen immer noch die Menschen in unsanierten Gebäuden hohe Preise für die Energie zahlen. Unklar ist auch, wie Förderprogramme gesichert werden können.

Der Bundestag hat Ende letzter Woche den neuen Bundeshaushalt für das laufende Jahr beschlossen. Trotz angespannter Haushaltslage werden dabei für den klimafreundlichen Neubau eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt. Dies wird von der Bauwirtschaft durchaus positiv aufgenommen. „Der Wohnungsbau ist seit Monaten in einer Abwärtsspirale„, erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB). „Dass die Bundesregierung zusätzliches Geld für den Wohnungsbau bereitstellen will, ist ein kleiner Hoffnungsschimmer für Bauwillige und Branche.“ Nun müsse das Förderprogramm auch bei den richtigen Stellen ankommen. Denn besonders bei den Ein- und Zweifamilienhäusern sind die Aufträge aktuell deutlich rückläufig. Eine Zinsstütze für den EH-55-Standard würden den Bau wieder beleben. Darüber hinaus sei es dringend erforderlich, für den sozialen Wohnungsbau die degressive Afa umzusetzen.

Wohnungsbau erhält durch den neuen Bundeshaushalt positive Signale

Die Ankündigung vom Zinsverbilligungsprogramm befürwortet auch die Deutschen Bauindustrie. „Wir schauen uns jetzt genau an, wie das neue Programm ausgestaltet wird“, verspricht Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). „Wichtig ist, dass die Baukosten nicht durch unnötig hohe Anforderungen an das Gebäude in die Höhe getrieben werden. Das gilt gerade für die Energieeffizienz.“ Denn der geltende Energieeffizienzhausstandard EH55 sei für die klimafreundliche Nutzung der Energie und Wärme zielführend genug.

Kritik am neuen Bundeshaushalt von der DENEFF

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) befürwortet zwar die Beschlüsse aus dem Bundeshaushalt, warnt aber vor energiepolitischen Fehlstellungen. Bemängelt werden ebenso die herben Einschnitte in die Stadtsanierung und die fehlende Planungssicherheit. „Die Bundesregierung hat ihre Hausaufgaben für den Klimaschutz längst nicht erledigt“, kritisiert der geschäftsführende DENEFF-Vorstand Christian Noll. „Mit dem aktuellen Ansatz aus Förderung und CO2-Preisen alleine wird es nicht gelingen, die aktuell historische Sanierungsrate von unter 0,8 Prozent im Jahr zu steigern. Die Bundesregierung hat auf die geplante Erhöhung der Fördersätze für Gebäudesanierungen verzichtet und zeitgleich in Brüssel geplante Mindeststandards zur Sanierung der schlechtesten Wohngebäude vereitelt.“ Dabei würden die Energiepreise weiterhin hoch bleiben und Menschen in unsanierten Häusern unzureichend berücksichtigt werden. Der Bundeshaushalt gäbe keine Klarheit darüber, wie die Förderprogramme gesichert werden sollen. Dem Bundeshaushalt fehle es an Planungssicherheit.

Sind die Förderungen ausreichend, um den Wohnungsbau zu retten?

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