Arbeitspausen fördern Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten

Egal ob eine lange Mittagspause oder mehrere kurze Arbeitsunterbrechungen zwischendurch: Sinnvolle Arbeitspausen dienen der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten und erhalten deren Leistungsfähigkeit. Viel zu oft nehmen Arbeitnehmer ihre Pausen, die gesetzlich vorgeschrieben sind, nicht wahr. Dies kann negative Konsequenzen sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben.

Arbeitspausen sind gesetzlich geregelt: Nach § 4 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist für eine Arbeitsdauer von 6 bis 9 Stunden eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten vorgeschrieben. Bei mehr als 9 Stunden Arbeit müssen mindestens 45 Minuten Pause gemacht werden. Die Pausen können auch aufgeteilt werden. Dabei muss jede Pause mindestens 15 Minuten dauern. Spätestens nach sechs Stunden muss die erste Ruhepause erfolgen.

Arbeitspausen werden oft nicht genutzt

Im beruflichen Alltag herrscht jedoch ein anderes Bild. Häufig nehmen Arbeitnehmer ihre Pausen nicht wahr. Besonders jugendliche Beschäftigte verzichten auf ihre Arbeitspausen. Dies stellte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in ihrer Detailanalyse der BIBB/BAuA-Jugenderwerbstätigenbefragung 2012 fest: Etwa ein Fünftel der Erwerbstätigen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren in Deutschland arbeitet häufig ohne Pause. Gerade in der Dienstleistungsbranche verzichten junge Beschäftigte auch an Tagen mit mehr als sechs Stunden Arbeitszeit auf eine Erholungsphase. Etwa die Hälfte der Befragten gab als Grund an, dass Sie wegen der hohen Arbeitsmenge häufig auf eine Pause verzichten müssen. Darüber hinaus erklärt ein Drittel aller Befragten, dass sich Pausen nicht in ihren Arbeitsablauf integrieren lassen.

Warum sind Arbeitspausen notwendig?

Die gesetzliche Pausenregelung ist sinnvoll, da Pausen und Ruhezeiten für die Erholung der Beschäftigten von der schweren körperlichen Arbeit sehr wichtig sind. Während der Pausenzeiten können die Beschäftigten ihre „Energieressourcen“ wieder aufladen. Ausgeruhte Beschäftigte sind besser in der Lage, ihre Leistungsfähigkeit auf einem guten Level zu halten oder sogar zu verbessern. So werden Fehler und Unfälle vermieden sowie die Qualität der Arbeitsergebnisse bleibt gleich hoch. Neben der Erholung ist auch die regelmäßige Aufnahme eines vollwertigen Essens wichtig. Außerdem ermöglichen Arbeitspausen die Teilhabe an sozialen Aktivitäten und den internen Kommunikationsaustausch unter den Kollegen.

Der Arbeitgeber ist bei der Einhaltung der Pausenregelung in der Pflicht

Es gehört zu den Fürsorgepflichten des Arbeitgebers, auf die Einhaltung von Pausenzeiten zu achten. Dabei ist zu empfehlen, Maßnahmen zur Arbeitsorganisation und Arbeitszeitgestaltung im Betrieb so umzusetzen, dass die Pausenzeiten besser in die Arbeitsabläufe eingebunden sind. Zum Beispiel sollten Arbeitsabläufe und Arbeitsmenge so mit den Beschäftigten abgestimmt werden, dass sie ihre Pausen auch tatsächlich einhalten.
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Pausen kann der Arbeitgeber auch kleine Auszeiten für zwischendurch ermöglichen, denn regelmäßige Kurzpausen helfen ergänzend, die Leistungsfähigkeit über den Arbeitstag hinweg zu erhalten. Damit Pausen einen möglichst hohen Erholungswert haben, kommt es darauf an, wie man sie gestaltet, z.B. aktiv mit Bewegungsübungen oder entspannt Mittag essen. Grundsätzlich ist ein bewusster Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit die beste Möglichkeit.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Anke Linz (Wirtschaftskommunikationswirtin M. A.), ist Beraterin für Unternehmenskommunikation, Informationsmanagement und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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