Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einfach umsetzen

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist für Handwerksbetriebe ein zeitraubendes Thema. Aber es ist ihre Pflicht, die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. So müssen z.B. die Gefährdungsbeurteilungen umgesetzt, Gefahrstoffverzeichnisse angelegt, Betriebsanweisungen gepflegt und Mitarbeiter unterwiesen werden. Mithilfe von Online-Anwendungen und Hilfsmitteln der Berufsgenossenschaft oder weiterer Anbieter können Betriebe ihren Pflichten im Arbeitsschutz schnell nachkommen.

Als der Chef des SHK-Betriebes R. neulich mit zwei seiner Mitarbeiter zur Baustelle kam, um eine Solaranlage zur Warmwassererzeugung zu installieren, begegnete er dem Koordinator für Sicherheit- und Gesundheitsschutz (SiGeKo), den der Auftraggeber eingesetzt hatte. Als der SiGeKo die Gefährdungsbeurteilung sehen wollte und nach der sicherheitstechnischen Unterweisung der Mitarbeiter fragte, war die Überraschung bei R. groß. Ein Anruf beim technischen Referenten des Fachverbandes machte schnell klar, dass der SiGeKo die schriftliche Gefährdungsbeurteilung verlangen durfte. Zwar konnte R. die benötigten Dokumente nachreichen, aber ihm ging wertvolle Zeit verloren, um die Termine einzuhalten.

Das ist kein Einzelfall. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist für Handwerksbetriebe ein lästiges und manchmal zeitraubendes Thema. Es wird aber immer wichtiger.

Unternehmer sind verpflichtet, mit Maßnahmen des Arbeitsschutzes die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten. Zu den Pflichtaufgaben zählen, die Gefährdungen und Belastungen der Beschäftigten am Arbeitsplatz zu ermitteln und zu beurteilen, erforderliche Maßnahmen umzusetzen sowie die Wirksamkeit zu kontrollieren.

Außerdem ist es entscheidend, ob der Unternehmer bei einem Unfall eines Mitarbeiters lückenlos nachweisen kann, dass er seinen Pflichten im Arbeitsschutz nachgekommen ist. Stellt sich heraus, dass fahrlässig gehandelt, wird die Berufsgenossenschaft für den eingetretenen Schaden Regress vom Betrieb verlangen. Außerdem sind strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten. Der Unternehmer trägt die Verantwortung für seine Mitarbeiter.

Mindestens einmal jährlich müssen die Mitarbeiter über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit unterwiesen werden. Außerdem sind Unternehmer verpflichtet, ein Gefahrstoffverzeichnis zu führen und ständig zu aktualisieren. Wichtig ist nicht nur, dass diese Unternehmerpflichten erfüllt werden; Unternehmer müssen auch für eine lückenlose Dokumentation sorgen.

Regelbetreuung oder alternative bedarfsorientierte Betreuung?

Für Betriebe mit max. 50 Mitarbeiter gibt es zwei verschiedene Wege (siehe DGUV Vorschrift 2), diese gesetzliche Pflicht zu erfüllen: Ein Weg ist die Regelbetreuung durch eine externe Sicherheitsfachkraft und einen Betriebsarzt; der andere Weg ist das alternative Betreuungsmodell, bei dem der Unternehmer sich selbst in der Arbeitssicherheit weiterbildet. Bei der Regelbetreuung stehen dem Unternehmer Fachleute zur Seite, die die Initiative ergreifen und dafür sorgen, dass der Unternehmer seine Unternehmerpflichten rechtssicher erfüllt. Beim alternativen Betreuungsmodell organisiert der Handwerksbetrieb selbst den Arbeitsschutz in seinem Betrieb. Hierbei können Betriebe Hilfsmittel der Berufsgenossenschaft sowie Online-Tools zur Erfüllung ihrer Pflichten im Arbeitsschutz nutzen. Sie werden bei der Erstellung und Dokumentation der erforderlichen Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und Gefahrstoffverzeichnisse unterstützt.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Anke Linz (Wirtschaftskommunikationswirtin M. A.), ist Beraterin für Unternehmenskommunikation, Informationsmanagement und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


uve GmbH für Managementberatung
Kalckreuthstraße 4
10777 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 - 315 82 566 , Fax: +49 (0) 30 - 315 82 400
a.linz@uve.de, www.uve.de