Gesundheitstage setzten Signale!

Immer mehr kleine und mittelständische Betriebe führen mindestens einmal jährlich einen Gesundheitstag, allein oder im Zusammenschluss mit anderen Unternehmen, durch. Ein Gesundheitstag kann die Belegschaft rund um das Thema Gesundheit informieren und dazu beitragen nachhaltige gesundheitsförderliche Maßnahmen im Betrieb zu integrieren. Für einen erfolgreichen Verlauf des Gesundheitstages ist eine frühzeitige und systematische Vorbereitung notwendig.

Gesundheitstage planen: Was sollte berücksichtigt werden?

Zunächst sollte das Vorhaben im Betrieb besprochen und Verantwortlichkeiten festgelegt werden, beispielsweise im Rahmen der Arbeitsschutzausschusssitzung (in Betrieben ab 20 Beschäftigten) oder eines Mitarbeiterzirkels. Alle Beschäftigten, insbesondere auch Zeitarbeitnehmer, Auszubildende, Teilzeitbeschäftigte und Schichtdienstler sollten die Möglichkeit haben an dem Gesundheitstag teilnehmen zu können und mit einbezogen werden. Dennoch sollte die Teilnahme an dem Gesundheitstag freiwillig und zwanglos sein. Der finanzielle Aufwand für einen Gesundheitstag ist verhältnismäßig gering, da viele Akteure ihre Leistungen im Rahmen des Gesundheitstages kostenfrei anbieten. Zum Teil sind Maßnahmen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung auch steuerlich absetzbar. Der Erfolg des Gesundheitstages ist stark abhängig von einer gezielten Planung. Bevor es in die konkrete Planung geht, ist es sinnvoll Ziele des Gesundheitstages festzulegen und zu überlegen, wie der Erfolg überprüft werden kann. Außerdem sollten folgende Punkte bei der Planung beachtet werden:

  • das erforderliche Budget planen und bereitstellen
  • eine Projektgruppe gründen
  • den/die Betriebsarzt/ärztin als beteiligte Person dazu gewinnen
  • einen passenden Termin finden
  • geeignete Räumlichkeiten einplanen
  • erforderliches Material beschaffen und bereitstellen (eigenes und zur Verfügung gestelltes): z.B. Getränke und Becher, Therabänder, ggf. Messgeräte, gesunde Snacks etc.
  • betriebsspezifische und zielgruppenorientierte Schwerpunktthemen auswählen (abgeleitet aus der Gefährdungsbeurteilung oder Unfallstatistik), präventive Themen könnten u.a. sein: Lärmprävention, Lungenfunktionstest, Rückenschonendes Arbeiten, Seh- und Hörtest, Stressprävention
  • Beschäftigte frühzeitig einbinden, informieren und aktiv motivieren (z.B. durch einen Aushang, Rundbrief oder das Intranet); Vorgesetzte einbinden – sie haben Vorbildfunktion!
  • Akteure gewinnen und einbeziehen z.B. die Krankenkasse, bei der die meisten Beschäftigten versichert sind, ein/e Physiotherapeut/in für eine Schulung an den Arbeitsplätzen zum Thema „rückengerechtes Heben und Tragen“, eine Ernährungsberaterin für das Thema „gesunde Ernährung“, oder einen ortsansässigen Vertreter eines Sportvereins/Fitnessstudios
  • den Tag ggf. in zwei Abschnitte aufteilen (Vormittag und Nachmittag), dadurch haben alle Beschäftigten die Gelegenheit daran teilzunehmen und verlassen nicht alle Beschäftigten gleichzeitig kurz ihren Arbeitsplatz

Um Aufschluss über Stärken und Schwächen des Gesundheitstages sowie Hinweise für Verbesserungsschläge zu erhalten empfiehlt es sich einen anonymen Bewertungsbogen an die Beschäftigten zu verteilen, oder das direkte Gespräch mit den Beschäftigten zu suchen.

Langfristig kann die Gesundheit der Belegschaft am wirkungsvollsten durch den Gesundheitstag beeinflusst werden, wenn dieser als ein regelmäßiger Baustein im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements eingesetzt wird.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Simone Piede (Dipl. Sportwissenschaftlerin, Betriebliche Gesundheitsmanagerin), ist Beraterin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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