Gut abgesichert – auch bei der Weihnachtsfeier!

Weihnachten steht vor der Tür und viele Betriebe laden traditionsgemäß zur alljährlichen Weihnachtsfeier ein. Neben dem gemeinschaftlichen Essen wird manchmal auch ein Rahmenprogramm mit Gemeinschaftsspielen oder sportlichen Aktivitäten geboten. Was passiert, wenn es dabei unverhofft zu einem Unfall kommt? Wie ist es um den Unfallversicherungsschutz bei Betriebsweihnachtsfeiern bestellt?

Unfallschutz bei der Betriebsweihnachtsfeier.

Der gesetzliche Unfallschutz für die Beschäftigten besteht, bei:

  • einer offiziellen Feier, die der Arbeitgeber genehmigt hat, die er unterstützt und an der er selbst, die Unternehmensleitung oder deren Beauftragte teilnimmt,
  • einer Betriebsfeier innerhalb oder außerhalb der Arbeitszeit und der Betriebsstätte,
  • einer Betriebsfeier, wo alle Betriebsangehörigen eingeladen worden sind,
  • gemeinschaftsfördernden Vergnügen wie Essen, Tanzen oder Spielen auf der Feier,
  • den direkten Vorbereitungen zur Feier,
  • der Anreise zur oder Abreise von der Weihnachtsfeier.

Nicht versichert sind:

  • private Treffen von Kollegen zum Essen oder private Veranstaltungen nach der offiziellen Weihnachtsfeier des Betriebes,
  • Gäste und eingeladene Familienangehörige,
  • alle weiteren Festlichkeiten nachdem der Arbeitgeber die Veranstaltung für beendet erklärt hat,
  • Arbeits- und Wegeunfälle, bei denen Alkohol die „allein wesentliche Unfallursache“ war.

Alkoholkonsum bzw. Trunkenheit schließt nicht grundsätzlich den Versicherungsschutz aus. Nur wer so stark betrunken ist, dass der alkoholbedingte Ausfall seiner kognitiven oder motorischen Fähigkeiten von derart überragender Bedeutung ist, dass im Vergleich hierzu die versicherte Tätigkeit in den Hintergrund tritt, ist nicht mehr versichert.

Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz: Was ist grundsätzlich noch abgedeckt?

Der Unfallversicherungsschutz für Beschäftigte besteht für Tätigkeiten, die mit der versicherten Tätigkeit in Zusammenhang stehen. Sie sind beispielsweise versichert bei:

  • der Teilnahme am Betriebssport oder an Betriebsausflügen und -feiern, sofern diese Veranstaltungen vom Unternehmen durchgeführt werden,
  • auf dem direkten Weg zur oder von der Arbeit (Wegeunfälle), auch bei Umwegen, die nötig werden, um die Kinder während der Arbeitszeit unterzubringen, bei Fahrgemeinschaften, bei Umleitungen oder weil der Arbeitsplatz über einen längeren Weg schneller erreicht werden kann,
  • allen mit der Arbeit verbundenen Dienstfahrten.

Wo endet der Versicherungsschutz?

Beschäftigte sind hingegen nicht über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt, wenn Verletzungen oder Gesundheitsschäden ohne Einwirkung von außen zufällig während der versicherten Tätigkeit auftreten. Beispielsweise, wenn ein Beschäftigter am Arbeitsplatz einen Herzinfarkt erleidet.

Kein Versicherungsschutz besteht:

  • während einer Unterbrechung des Weges (z. B. Einkauf) und bei Umwegen, die aus privaten Gründen erfolgen,
  • in der Regel bei Abwegen (d. h. bei Wegen, die nicht in Richtung Wohnung oder Arbeitsstätte führen),
  • auf Wegen, die zuvor über zwei Stunden aus privaten Gründen unterbrochen wurden,
  • beim Aufenthalt auf dem „Örtchen“, nur der Weg zur Toilette ist versichert,
  • beim Essen in der Kantine, Wege zur Nahrungsaufnahme (z.B. in die Kantine, nach Hause oder zum Bäcker) sind grundsätzlich versichert, mit Betreten der Kantine endet jedoch der Versicherungsschutz, d.h. das Essen als solches ist nicht versichert,
  • beim Rauchen, Raucher, die zum Rauchen ihren Arbeitsplatz verlassen, sind nicht unfallversichert.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Simone Piede (Dipl. Sportwissenschaftlerin, Betriebliche Gesundheitsmanagerin), ist Beraterin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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