Heben und Tragen ohne Schaden

In den Handwerksberufen müssen oft schwere körperliche Arbeiten verrichtet werden, die unumgänglich sind. Dazu zählen auch das Heben und Tragen von schweren Lasten. Wird jahrelang falsch gehoben und getragen, kann es zu akuten oder bleibenden Gesundheitsschäden kommen. Maßnahmen wie Hebe- und Tragehilfen, das Befolgen der richtigen Hebe- und Tragetechniken sowie ein ausgleichendes Rückentraining schützen die Rückengesundheit.

Im Handwerk gehört das Transportieren und Handhaben von Werkzeugen und Material zum täglichen Arbeitsablauf. Bereits die Lehrlinge müssen in der Ausbildung täglich enorme Massen bewegen und werden dabei zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz motiviert.

Beim falschen Heben und Tragen kann es durch Fehlbelastungen der Wirbelsäule und der Muskulatur zu akuten oder bleibenden Gesundheitsschäden kommen. Häufig resultieren daraus lange Krankheits- und Ausfallzeiten.

Natürlich gibt es auch für das Heben und Tragen gesetzliche Vorschriften zur Verhinderung von Körperschäden. Gemäß Lastenhandhabungsverordnung von 1996 hat der Arbeitgeber eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen durchzuführen und geeignete organisatorische Maßnahmen zu treffen oder geeignete Mittel einzusetzen (mechanische Ausrüstungen), um das Heben und Tragen von Lasten so weit wie möglich zu reduzieren.

Was bedeutet das für die Praxis in einem Handwerksbetrieb?

Für unhandliche bzw. schwere Traglasten müssen Hilfsmittel und mechanische Ausrüstungen wie zum Beispiel Hubstapler, Transportwagen, Flaschenzüge, Kräne, Hebebühnen, Versetzzangen, Saugheber, Tragegurte, Haken und persönliche Schutzausrüstung wie Schulterpolster, Handschuhe, Handleder und Sicherheitsschuhe zur Verfügung gestellt und benutzt werden.

Die regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten sollte folgende Hinweise bzw. praktische Übungen beinhalten:

Heben und Absetzen von Lasten:

  • mit gestrecktem und geradem Rücken die Last aus der Hocke aufnehmen,
  • eine Last nie ruckartig anheben oder auffangen,
  • Hohlkreuz vermeiden,
  • verdrehte Haltung der Wirbelsäule vermeiden.
  • keinesfalls vor dem Aufsetzen die Last plötzlich abfangen,
  • wie beim Aufnehmen ist die Last mit gestrecktem Rücken in der Hocke abzusetzen.

Tragen von Lasten:

  • aufrechte Haltung,
  • symmetrische Körperbelastung,
  • Last nahe an den Körper nehmen,
  • besser auf Schulter oder Rücken tragen als vor dem Körper,
  • für sichere Transportwege und freie Sicht sorgen.

Beim Heben und Tragen werden die Bandscheiben erheblich belastet. Folge davon ist zum Beispiel der allseits bekannte und sehr schmerzhafte Bandscheibenvorfall. Nachfolgend sind die empfohlenen Grenzwerte (in kg) zum Heben und Tragen aufgeführt.

Darüber hinaus kann ein gezieltes Rückentraining zur Stärkung der Muskulatur die Belastungen der Bandscheiben reduzieren und Schmerzen vorbeugen, bevor sie entstehen. Viele Krankenkassen bieten hierzu Fitnesskurse für ihre Versicherten an.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Anke Linz (Wirtschaftskommunikationswirtin M. A.), ist Beraterin für Unternehmenskommunikation, Informationsmanagement und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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