Ladungssicherung - eine heikle Sache?

Ungesicherte Ladung ist gefährlich. Es besteht Lebensgefahr für einen selbst, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer. § 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt vor, dass die Ladung im Fahrzeug so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder bei einer plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin und her rollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten. Wird die Ladung nicht oder nicht ausreichend gesichert, kann es bei einer Polizeikontrolle zu einer teuren Überraschung kommen.

Immer wieder passieren im Straßenverkehr schwere Unfälle durch unzureichende oder fehlende Ladungssicherung wie z.B.:

  • der wegen verrutschender Ladung umstürzende LKW,
  • das „verlorengegangene“ Sofa auf der Autobahn,
  • der Zementsack, der bei Vollbremsung den Fahrer eines Transporters tötet oder
  • einfach nur Farbtöpfe, Leitern, Eimer, Werkzeuge, die von der Ladefläche durch die Windschutzscheibe des Firmenwagens geschleudert werden.

Wer ist für die Ladungssicherung verantwortlich?

Für die Ladungssicherhung übernehmen mehrere Akteure die Verantwortung. In erster Linie ist der Fahrer für die betriebssichere Beladung des von ihm zu lenkenden Fahrzeuges verantwortlich (§§ 22, 23 StVO). Weiterhin hat der Unternehmer bzw. Fahrzeughalter die Pflicht, für seine Beschäftigten den sicheren Transport von Gütern und Materialen sicherzustellen (§§ 30, 31 StVO). Schließlich ist auch der Verlader verpflichtet, dass das Frachtgut im Fahrzeug richtig gesichert ist. Der Verlader ist z. B. Bauleiter, Platzmeister, Werkstattmeister, Polier, Vorarbeiter aber auch der Fahrer (§ 22 StVO).

Oftmals gibt es für den Fahrer eines Firmenwagens ein böses Erwachen, wenn bei einer Polizeikontrolle die Sicherheit des Fahrzeuges überprüft wird. Bußgelder von 60 Euro bis 270 Euro bei nicht Gefahrgütern und von 300 Euro bis 800 Euro bei Gefahrgütern tun dann besonders weh.

Aufwendige Nachsicherungen bzw. Komplettumladungen sind kostenintensiv und verzögern die termingerechte Lieferung des Frachtgutes.

Tipps für die richtige Sicherung der Ladung im Fahrzeug.

Jede Ladung muss gesichert werden, egal ob leicht oder schwer. Dabei sind ebenfalls die Lastverteilung sowie das zulässige Gesamtgewicht zu beachten. Außerdem gilt die Ladungssicherung in allen Fahrzeugen, egal ob PKW, PKW-Anhänger, Transporter oder LKW.

Um die Gewichtskraft der Ladung abfangen zu können, sollten folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Fixieren mit zugelassenen Gurtbändern bzw. Zurrgurte
  • Einlage von Anti-Rutschmatten
  • Benutzen von Kantenschonern, wenn Teile mit scharfen Kanten transportiert werden
  • Verwendung von speziellen Haltenetzen für leichte Materialien (z.B. Folien, Tapeten, Papier, Baumschnitt)
  • Benutzen von Zurrpunkten in Transportern oder PKW
  • Verwendung geeigneter Regalsysteme für Kleingebinde in Transportern
  • Einsatz von Transportkästen, um einzelne Materialien aufzunehmen, z.B. Werkzeuge, Eimer, Dosen, Kleinteile, Stricke und geknotete Bänder sind unzulässig.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Anke Linz (Wirtschaftskommunikationswirtin M. A.), ist Beraterin für Unternehmenskommunikation, Informationsmanagement und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


uve GmbH für Managementberatung
Kalckreuthstraße 4
10777 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 - 315 82 566 , Fax: +49 (0) 30 - 315 82 400
a.linz@uve.de, www.uve.de