Mitarbeiter erfolgreich im Arbeitsschutz unterweisen

Eigentlich liegt es im Interesse jedes Einzelnen, sich bei der Arbeit so zu verhalten, dass die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Kollegen nicht gefährdet werden. In der Realität zeigt sich oft ein anderes Bild: Viele Arbeitsunfälle sind auf falsches Verhalten der Beschäftigten zurückzuführen. Nicht nur Berufsanfänger sondern auch „alte Hasen“ machen Fehler. Sicherheitsunterweisungen helfen, Mitarbeitern das sicherheitsgerechte Verhalten zu vermitteln.

Um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter wissen, wie sie richtig fachlich, gesund und sicher arbeiten, ist der Arbeitgeber verpflichtet, sie regelmäßig zu unterweisen. Laut § 12 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) muss die Unterweisung bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. Darüber hinaus fordert die Berufsgenossenschaft im § 4 „Unterweisung der Versicherten“ der Unfallverhütungsvorschrift DGUV 1 „Grundsätze der Prävention“, dass die Unterweisungen mindestens einmal jährlich erfolgen sowie schriftlich dokumentiert werden müssen. Jede Unterweisung sollte von den Beschäftigten per Unterschrift bestätigt werden.

Die Verpflichtung zur Durchführung von Sicherheitsunterweisungen ergibt sich aus der Fürsorgepflicht gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Werden die vorgeschriebenen Unterweisungen nicht durchgeführt, können strafrechtliche Konsequenzen folgen.

Regelmäßige und bedarfsgerechte Sicherheitsunterweisungen dienen dazu, den Mitarbeitern sicherheitsgerechtes Verhalten zu vermitteln. Sie werden ausreichend über die richtigen Arbeitsabläufe, Gefährdungen am Arbeitsplatz, Schutzmaßnahmen, Sicherheitskennzeichnungen, den Umgang mit gefährlichen Stoffen und mit Arbeitsmitteln, das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung sowie das Verhalten bei Unfällen informiert. Ziel ist, dass der Beschäftigte eine Gesundheitsgefährdung erkennt und entsprechend der vorgesehenen Schutzmaßnahmen handelt. Deshalb sind Sicherheitsunterweisungen weit mehr als eine lästige Erfüllung gesetzlicher Pflichten. Es handelt sich vielmehr um eine Chance, den Krankenstand zu verringern, das Verantwortungsbewusstsein und die Motivation am Arbeitsplatz zu steigern.

Tipps für eine erfolgreiche Unterweisung

Unterweisungen müssen keineswegs langweilig und trocken sein. Damit die Unterweisung nicht nur eine Pflichtübung ist, sondern auch bei den Beschäftigten ankommt, sind folgende Regeln zu beachten:

  1. Die Termine und Themen für Unterweisungen sollten rechtzeitig geplant werden. Mögliche Themen können sein:
    - Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers
    - Arbeits- und Wegeunfälle
    - Verhalten bei Notfällen
    - Absturzsicherung
    - Erste Hilfe
    - Brandschutz (Feuerlöscher)
    - elektrische Betriebsmittel
    - Umgang mit Gefahrstoffen
    - Ladungssicherung
    - Heben und Tragen von schweren Lasten
    - Transportarbeiten
    - psychische Belastungen
    - Betriebsarzt (Impfungen)
  2. Es ist zu empfehlen, die Unterweisungen in die regelmäßigen Mitarbeiterbesprechungen zu integrieren, denn 10 Minuten über ein Thema zu sprechen ist einfacher, als einmal im Jahr alles abzuhandeln.
  3. Unterweisungsthemen ergeben sich aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Das Unterweisungsthema muss gut vorbereitet sein. Der Unterweiser sollte sich auf die wesentlichen inhaltlichen Aspekte konzentrieren.
  4. Zu Beginn einer Unterweisung werden die konkreten Lernziele festgelegt. Am Ende der Unterweisung führen die Teilnehmer eine Übung durch, um das Gelernte sofort anzuwenden.
  5. Der Unterweiser zeigt die Praxis-Relevanz und geht auf konkrete arbeitsplatzbezogene Gefährdungen ein. Unterweisungen sollten direkt am Arbeitsplatz stattfinden.
  6. Die Teilnehmer und deren Erfahrungen müssen in die Unterweisungen mit einbezogen werden.
  7. Bilder und Filme, die im Vorfeld erstellt wurden, sollten eingesetzt werden, um auf die dargestellten Situationen eingehen zu können.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Anke Linz (Wirtschaftskommunikationswirtin M. A.), ist Beraterin für Unternehmenskommunikation, Informationsmanagement und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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