Neue Kennzeichnungspflicht für Chemikalien!

Von Stoffen und chemischen Produkten können erhebliche Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen. Aus diesem Grund sind die jeweiligen Stoffe/Gemische durch ein Kennzeichnungsetikett, dieses erste Hinweise zu Gefahren bei der Anwendung gibt, zu beschildern. Sie enthalten ein Gefahrensymbol, eine Gefahrbezeichnung und Gefahren- und Sicherheitshinweise. Weiterführende Hinweise zu den Gefahren sind im Sicherheitsdatenblatt dargestellt.

Einführung eines neuen Kennzeichnungssystems.

Weltweit kommen Menschen mit Chemikalien in Berührung. Um den Arbeitsschutz weltweit zu verbessern wurde ein einheitliches Kennzeichnungssystem (GHS-global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung) für Chemikalien entwickelt. In Deutschland ist seit Januar 2009 das GHS-System mit Inkrafttreten der CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) gültig.

Wichtig: Seit dem 1. Dezember 2010 müssen Stoffe wie Aceton, Acetylen und Propangas die neue GHS-Kennzeichnung besitzen. Für Gemische wie Farben und Lacke, Reinigungsmittel, Klebstoffe, Sprays, Reiniger und zementäre Produkte gilt der 1. Juni 2015!

GHS-System: Was hat sich geändert?

Die Einstufung eines Stoffes/Gemisches erfolgt mit Hilfe von Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien. Die Gefahrenklassen, d.h. die Art der Gefahr, werden neu in physikalische Gefahren, Gesundheits- und Umweltgefahren unterschieden.

Wichtig: Zur Kennzeichnung dienen neue Gefahrenpiktogramme und nicht wie bisher Gefahrensymbole!
Zudem werden die Gefahrenklassen bezüglich des Gefährdungsgrades untergliedert in:

  • Gefahr = schwerwiegende Gefährdung
  • Achtung = weniger schwerwiegende Gefährdung.

Darüber hinaus werden die bisherigen Gefahrenhinweise R-Sätze durch H-Sätze und die Sicherheitshinweise S-Sätze durch P-Sätze ersetzt. Zusätzlich werden ein Gefahrstoffname und die Angabe von bis zu vier einstufungsrelevanten Inhaltsstoffen zur Kennzeichnung verwendet.
Die wesentlichen Kennzeichnungselemente des GHS-Systems sind:

  • Gefahrenpiktogramme
  • Signalwörter wie „Gefahr“ oder „Achtung“,
  • Gefahrstoffname,
  • Angabe von bis zu vier einstufungsrelevanten Inhaltsstoffen,
  • H-Sätze (Gefahrenhinweise),
  • P-Sätze (Sicherheitsratschläge).

Tipp: Die Änderungen in der Kennzeichnung von Chemikalien sollten auch in Gefahrstoffverzeichnissen, Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und Unterweisungen berücksichtigt werden.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Simone Piede (Dipl. Sportwissenschaftlerin, Betriebliche Gesundheitsmanagerin), ist Beraterin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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