Neues Präventionsgesetz seit Juli 2015 gültig

Am 25. Juli 2015 trat das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG) in Kraft. Durch das neue Gesetz soll im Bereich der Arbeitswelt die betriebliche Gesundheitsförderung mit mehr Leistungen für die Beschäftigten unterstützt werden. Besonders Klein- und Kleinstunternehmen aus dem Handwerk können durch die Einführung des neuen Präventionsgesetzes profitieren.

Das Präventionsgesetz wurde über mehrere Jahre diskutiert und überarbeitet und trat letztendlich im Juli 2015 in Kraft. Ziel des Gesetzes ist, den Stellenwert der gesundheitlichen Prävention in unserer Gesellschaft zu erhöhen. Prävention bedeutet nicht nur, Krankheiten zu verhindern, sondern sich damit auseinander zu setzen, was langfristig gesund hält. Neben der Verbesserung der Gesundheit im Allgemeinen soll durch das neue Gesetz die betriebliche Gesundheitsförderung stärker unterstützt werden

Wer profitiert vom neuen Präventionsgesetz?

Grundsätzlich profitieren alle Versicherten - entweder durch individuelle Präventionsprogramme oder durch die Gesundheitsförderung in den unterschiedlichen Lebenswelten, wie z.B. in der Kita, in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Pflegeheim. Im Folgenden werden die Auswirkungen des Präventionsgesetzes für die Arbeitswelt, insbesondere für Betriebe im Handwerk, aufgezeigt.

Welche Neuerungen ergeben sich durch das Präventionsgesetz für Handwerksbetriebe?

Krankenkassen-Leistungen für Klein- und Kleinstunternehmen

Im Bereich der Arbeitswelt verfolgt das Präventionsgesetz hauptsächlich das Ziel, mehr für die Gesundheit der Beschäftigten zu tun. Dabei stehen insbesondere die Krankenkassen in der Pflicht, ihre Beratungsangebote für Betriebe zu erweitern. Laut PrävG § 20 Fünftes SGB sollen die Krankenkassen vorrangig benachteiligte Gruppen unterstützen, die bisher keinen oder kaum Zugang zu gesundheitsfördernden Maßnahmen haben. Dazu gehören vor allem Klein- und Kleinstunternehmen. Überdies sollen vor allem Beschäftigte erreicht werden, die über die üblichen Wege keine Gesundheitsangebote nutzen konnten, wie z.B. Schichtarbeiter und Mitarbeiter von Handwerksbetrieben, die viel Zeit bei Kunden verbringen. Die Krankenkassen werden verstärkt lokale Unternehmensorganisationen wie Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Innungen einbinden, um viele Kleinstbetriebe und deren Beschäftigte zu erreichen.

Informationen über Gesundheitsförderungsangebote

Die Erfahrungen aus der Praxis haben gezeigt, dass den Betrieben oft Informationen fehlten, welche Möglichkeiten es zur betrieblichen Gesundheitsförderung gibt, welche Maßnahmen sinnvoll sind und woher man personelle und finanzielle Unterstützung bekommt. Dies muss in Zukunft verbessert werden.

Bonusleistungen

Betriebe und Versicherte können künftig mehr Bonusleistungen von den Krankenkassen erwarten. Haben in der Vergangenheit nur einige gesetzliche Krankenkassen Bonusprogramme angeboten, so müssen in Zukunft alle Krankenkassen die Bonusleistungen verpflichtend in ihre Satzungen aufnehmen.

Einbeziehung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte

Eine weitere Neuerung ist die Verknüpfung des Arbeitsschutzes mit der Gesundheitsförderung. So sieht § 20b Fünftes SGB vor, dass die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte in Krankenkassen-Leistungen einbezogen werden sollen. Ziel ist es, dass diese Berater die Betriebe beim Aufbau gesundheitsfördernder Strukturen noch wirkungsvoller unterstützen. Dadurch werden bereits vorhandene Kapazitäten, Kompetenzen und Branchenerfahrungen besser genutzt.

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte dürfen zukünftig die gesundheitliche Situation unter Beteiligung der Beschäftigten erheben und Empfehlungen aussprechen. Betriebsärzte können darüber hinaus allgemeine Schutzimpfungen sowie Gesundheitsuntersuchungen ("Check-ups") durchführen, die jedoch die verpflichtende Arbeitsmedizinischen Vorsorge sowie Eignungsuntersuchungen nicht ersetzen.

Warum ist das Präventionsgesetz wichtig für Handwerksbetriebe?

Die betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich in vielfacher Hinsicht. Gesunde Mitarbeiter können bis zum Renteneintritt im Handwerksbetrieb tätig sein und scheiden nicht vorzeitig durch z.B. Frühverrentungen oder Arbeitsplatzwechsel aus dem Betrieb aus. Engagement für mehr Gesundheit hilft:

  • Fehlzeiten zu reduzieren und Krankenstand zu senken,
  • Kosten für krankheitsbedingte Ausfälle zu minimieren,
  • Produktivität und Qualität der Arbeit stetig zu verbessern,
  • Wettbewerbsfähigkeit des Handwerkbetriebs zu sichern.

 

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Anke Linz (Wirtschaftskommunikationswirtin M. A.), ist Beraterin für Unternehmenskommunikation, Informationsmanagement und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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