Organisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes

Welche Pflichten ergeben sich für den Handwerksbetrieb hinsichtlich des Arbeitsschutzes? Jeder Handwerksbetrieb, unabhängig von seiner Betriebsgröße, benötigt entsprechend dem Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsgesetz bereits bei der Aufnahme seiner Tätigkeit eine Arbeits- und Gesundheitsschutzorganisation, in der die Aufgaben des Arbeits- und Gesundheitsschutzes geregelt sind.

In welchem Ausmaß haften Inhaber, Geschäftsführung als auch Belegschaft eines Handwerkbetriebes im Falle eines Schadens bzw. bei Missachtung gesetzlicher Vorschriften? Welche Pflichten ergeben sich für den Handwerksbetrieb hinsichtlich des Arbeitsschutzes? Da gesetzliche Vorschriften, rechtliche Bestimmungen und Unternehmerpflichten zunehmend komplexer werden, verlangt es vom Handwerksbetrieb, unabhängig von der Mitarbeitergröße, Vorkehrungen zu treffen, um seine Unternehmensrisiken zu minimieren. Dazu ist es notwendig, eine betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutzorganisation aufzubauen und regelmäßig zu überprüfen, in der die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben des Arbeits- und Gesundheitsschutzes geregelt sind.

Der Inhaber bzw. Geschäftsführer eines Handwerkbetriebes hat die grundsätzliche Verantwortung für den Arbeitsschutz. Er kann jedoch zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich beauftragen, die Arbeitsschutzaufgaben in eigener Verantwortung wahrzunehmen (§§ 7, 13 Abs. 2 ArbSchG). Allerdings verbleibt die Führungsverantwortung, die so genannte Organisations- und Aufsichtspflicht, beim Unternehmer bzw. Geschäftsführer.

Welche Aufgaben des Arbeitsschutzes muss ein Handwerksbetrieb grundsätzlich erfüllen?

Die folgende Aufzählung gibt einen Überblick über die Aufgaben, die im Rahmen einer rechtskonformen Arbeitsschutzorganisation erfolgen müssen, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Gefährdungsbeurteilungen unter Berücksichtigung physischer und psychischer Belastungen für alle Arbeitsplätze bzw. Tätigkeiten erstellen und aktualisieren
  • Regelbetreuung durch eine externe Sicherheitsfachkraft und einen Betriebsarzt organisieren (bei Betrieben über 50 Beschäftigten)
  • Wahl zwischen der Regelbetreuung oder der alternativen Betreuung (Unternehmermodell), bei dem der Unternehmer sich selbst in der Arbeitssicherheit weiterbildet (bei Betrieben bis 50 Beschäftigten)
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge organisieren
  • Arbeitsschutzaufgaben an fachkundige und zuverlässige Personen schriftlich übertragen
  • Arbeitsschutzausschuss gründen (ab 20 Vollzeitbeschäftigten)
  • Sicherheitsbeauftragte bestellen (Betriebe mit regelmäßig mehr als 20 Beschäftigten)
  • Mitarbeiterunterweisungen planen und durchführen (Jahresplanung)
  • Für das Führen von Maschinen und Fahrzeugen müssen geeignete, zuverlässige Mitarbeiter schriftlich beauftragt werden
  • Gefahrstoffverzeichnis erstellen und regelmäßig aktualisieren
  • Betriebsanweisungen beim Umgang mit Gefahrstoffen erstellen
  • Unfälle auswerten und Statistik darüber führen
  • Ersthelfer und Brandschutzbeauftragte im Betrieb ernennen
  • Erste-Hilfe Material (Verbandskasten, Verbandsbuch) bereitstellen
  • Flucht- und Rettungsplan, Feuerlöscher aufhängen
  • geeignete persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellen
  • Arbeitsmittel auf dem neuesten Stand der Technik beschaffen
  • Arbeitsmittel, insbesondere elektrische Betriebsmittel regelmäßig prüfen
  • erforderliche Sach- und Fachkunde der beauftragten Personen prüfen sowie Führungskräfte/Mitarbeiter schulen, damit sie ausreichend qualifiziert sind, um den aktuellen rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden

Die Aufgaben des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind nicht nebenbei zu erledigen, sondern sind ein wichtiger Teil der betrieblichen Organisation. Deshalb ist zu empfehlen, betriebliche Ziele unter Berücksichtigung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes festzusetzen. So sollte beispielsweise der Arbeitgeber bereits bei der Planung von Arbeitsstätten oder bei der Beschaffung von Arbeitsmitteln den Arbeits- und Gesundheitsschutz beachten und dies im Betrieb kommunizieren.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Anke Linz (Wirtschaftskommunikationswirtin M. A.), ist Beraterin für Unternehmenskommunikation, Informationsmanagement und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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