Sicherheitskurzgespräch – ein hochwirksames Instrument!

Sicherheitskurzgespräche können ergänzend zur pflichtgemäßen Unterweisung, nach § 12 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), eingesetzt werden.  Der Unterschied zur Unterweisung besteht in der Häufigkeit, Dauer und Methode. Sicherheitskurzgespräche helfen Unfälle, Verletzungen, berufsbedingte Erkrankungen und Sach- und Umweltschäden zu reduzieren und zu verhindern. Schutz und Sicherheit stehen im Vordergrund.

Welchen Nutzen erfüllt das Sicherheitskurzgespräch?

Sicherheitskurzgespräche dienen dazu, Gefährdungen am Arbeitsplatz zu vermeiden. Betriebsspezifische Tätigkeiten und Umstände geben Anlass dafür. Auch jeder Beinahe-Unfall oder eine Änderung der Arbeitsbedingungen sollte in einem Sicherheitskurzgespräch oder einer Sicherheitsunterweisung mit den Beschäftigten besprochen werden. Dabei können sicherheitstechnische und organisatorische Maßnahmen thematisiert werden. Auch Hinweise für das sicherheitsgerechte Verhalten und das Gefahrenbewusstsein der Beschäftigten können vermittelt werden. Sicherheitskurzgespräche dienen dazu Beschäftigte:

  • mit Aspekte der Sicherheit und Gesundheit am individuellen Arbeitsplatz, am konkreten Beispiel, vertraut zu machen,
  • für die kontinuierliche Verbesserung im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz und auch für andere betriebliche Gegebenheiten und Abläufe zu sensibilisieren,
  • im Bereich der Eigenverantwortung zu stärken und die Einsicht zu erhöhen, dass Unfälle jedem, jederzeit und an jedem Arbeitsplatz passieren können.

Worin unterscheidet sich das Sicherheitskurzgespräch von einer Unterweisung?

Anders als bei einer Unterweisung, findet das Sicherheitskurzgespräch in Form eines moderierten Gesprächs zwischen den Beschäftigten und den Arbeitsschutzakteuren und den Vorgesetzten statt. Die aktive Mitarbeit der Beschäftigten wird gefordert. Denn die Beschäftigten sind grundsätzlich die Experten für die Situation vor Ort. Die Gespräche finden in der Regel auch direkt am Arbeitsplatz in einem relativ kleinen Gesprächskreis (maximal 10 Personen), statt. Weiterhin kennzeichnen sich die Sicherheitskurzgespräche durch:

  • eine anlassbezogene oder regelmäßige Durchführung (monatlich, viertel- oder halbjährlich),
  • eine zeitlich überschaubare Dauer (5 bis 20 Minuten),
  • inhaltlich konkrete Sachverhalte und nicht um generelle Sicherheitsvorgaben,
  • das Festhalten eines handfesten Ergebnisses in Form einer Maßnahme, Vereinbarung oder Verhaltensauflage.

Tipps für den praktischen Ablauf.

Die folgenden Schritte können bei der Durchführung helfen.

  1. Ziel formulieren - Beschäftigte und Moderator legen Ziele des Sicherheitskurzgesprächs fest
  2. Situation analysieren – Gefahren und Risiken des Arbeitsbereichs zusammentragen und Ursachen finden
  3. Lösung finden -  Gegenmaßnahmen erarbeiten
  4. Lösung formulieren und konkrete Ziele vereinbaren - zukünftige Vorgehensweisen festhalten und von den Beschäftigten schriftlich bestätigen lassen
  5. Kontrolle der festgelegten Maßnahmen - festen Termin für die Kontrolle vereinbaren.

Aus rechtlichen Gründen ist die Dokumentation des Sicherheitskurzgesprächs unerlässlich. Es empfiehlt sich die Fachkraft für Arbeitssicherheit für die fachliche Unterstützung heranzuziehen. Für die Durchführung wird sie jedoch nicht unbedingt benötigt.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Simone Piede (Dipl. Sportwissenschaftlerin, Betriebliche Gesundheitsmanagerin), ist Beraterin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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