Infektionsschutz auf Baustellen - weiter Diskussion um Corona

News | Frank Kessler | 12.11.2021
Infektionsschutz auf Baustellen - weiter Diskussion um Corona
Foto: DGUV

Die vierte Corona-Welle ist voll im Gange und die Inzidenzen auf Rekordhöhe angekommen. Die Bauwirtschaft appelliert an die Beschäftigten und Unternehmen, sich strikt an die Coronaregeln zu halten. Denn dabei müsse vor allem eines, nämlich ein neuer Lockdown vermieden werden. Doch bei allen Überlegungen sollten die geplanten Maßnahmen auch mit Augenmaß getroffen werden. Gefordert werden deshalb praktikable Regelungen, die auf den Baustellen auch wirklich durchführbar sind.

Angesichts der erneut rasant steigenden Infektionszahlen erscheint die Diskussion über weitere Lockerungen absurd. Noch sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, neben den Schutzmaßnahmen auch kostenlose Corona-Tests für die Beschäftigten zur Verfügung zu stellen. Doch geht es nach dem Willen der Ampel-Parteien, dann soll das Infektionsschutzgesetz bald geändert werden. "Es ist unverständlich und sendet das falsche Signal, dass die drei absehbar neuen Regierungsfraktionen ungeachtet der massiven Infektionsdynamik und der vorhersehbaren Engpässe im intensivmedizinischen Bereich unbeirrt an ihrem Plan festhalten, die epidemische Lage von nationaler Reichweite gleichsam per Knopfdruck als beendet zu definieren", erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Damit würde schließlich die Rechtsgrundlage für Anti-Corona-Maßnahmen wegfallen. Mit solchen gesetzestechnischen Spiegelfechtereien könne die nächste Pandemie-Welle nicht gestoppt werden, befürchtet Wollseifer. Ein neuerlicher Lockdown müsse mit allen Mitteln verhindert werden. Die Betriebe bräuchten aber unbedingt eine Grundlage, auf der sie Schutzmechanismen für den eigenen Betrieb organisieren können. Das geplante Gesetz über die Abschaffung der epidemischen Lage vergrößere nur den Flickenteppich an Regelungen, die ohnehin in jedem Bundesland unterschiedlich gehandhabt werden.

Infektionsschutz, aber bitte mit Augenmaß

Auch der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer unterstützt grundsätzlich die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. “Auch wir treten seit Ausbruch der Pandemie für ein hohes Maß an Sicherheit für unsere Beschäftigten ein. Aber wir fordern Maßnahmen mit Augenmaß", so Nachbauer. Er befürchtet allerdings, dass eine Kontrolle der 3G- oder 2G Regel bei nicht stationären Bereichen gar nicht möglich sei. Auch sei nicht bekannt, dass es auf den Baustellen große Corona-Ausbrüche gegeben hätte. Erschwerend käme hinzu, dass die Arbeitgeber ihre Beschäftigten nicht nach dem Impfstatus befragen dürfen. Außerdem gäbe es Mitarbeiter, die Tests und Impfungen ablehnen. Was solle mit denen geschehen?

Unterstützung und zielgerichtete Information gegen steigende Inzidenzen

Aus diesem Grund appelliert die Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) an alle Unternehmen und Mitarbeiter, die Coronaregeln einzuhalten. Während der kalten Jahreszeit wird auf dem Bau vorwiegend im Inneren gearbeitet. "Daher sind Abstandhalten, Schutzmaske, Hygiene und das regelmäßige Lüften der beste Schutz vor einer Corona-Infektion am Arbeitsplatz", bestätigt Dr. Annette Wahl-Wachendorf, ärztliche Geschäftsführerin des Arbeitsmedizinischen Dienstes der BG Bau. Weiter betont sie, dass es auch möglich sei, in Kantinen oder bei Besprechungen die 3G- oder 2G-Regeln zu erlassen. Doch auch dem steht die unberechtigte Frage nach dem Impfstatus im Weg.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Ralf Reinecke am 15.11.2021 )

Hallo,

wir sind ein Installationsbetrieb mit ständig wechselnden Baustellen, vor allem im privaten Bereich. Für uns war es selbstverständlich das alle Mitarbeiter gleich geimpft wurden.

Maske tragen wenn Kunden dabei sind, ist Pflicht. Leider sehen die Kunden das oft nicht so eng. Die Kunden werden, vor allem im Kundendienstbereich, vorher nach Ihrem Impfstatus

sowie auch ob Coronaverdacht vorliegt oder Quarantäne abgefragt. Wenn jemand keine Antwort gibt kann man sich seinen teil denken. Das kommt aber selten vor.

Warum eigentlich darf man den Mitarbeiter nicht fragen ? Fragen darf ich doch aber er muss keine Antwort geben. Dann kann man sich aber doch denken warum und kennt seine Einstellung. Wer geimpft ist, hat doch nichts zu verbergen.

 

 

 

  (Geschrieben von Lu_Emmel am 17.11.2021 )

Guten Tag, mein kritischer Kommentar wurde entfernt, wir sind im besten Deutschland aller Zeiten, beste Grüße

  (Geschrieben von Red. Meistertipp am 17.11.2021 )

Hallo Lu_Emmel,

ja, wir haben Ihren Beitrag gelöscht, weil wir hier keine Diskussion über die Existenz oder Nicht-Existenz einer Corona-Krise führen möchten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir auch weiterhin derartige Beiträge löschen werden.

Viele Grüße

Ihre Redaktion Meistertipp

  (Geschrieben von Lu_Emmel am 19.11.2021 )

Guten Tag, vielen Dank für Ihre Reaktion, Sie haben Recht, der Kommentar passte nicht direkt zum Artikel. (Dennoch geht es um die Maßnahmen - so geht es nicht weiter, man sollte sich generell über das Thema vielschichtig informieren/ Gedanken machen ...) Vielen Dank und beste Grüße

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