Der Beruf des Elektroinstallateurs – darauf kommt es an

Der Beruf des Elektroinstallateurs – darauf kommt es an
Foto: Roland Riethmüller

Wer eine Karriere als Elektroinstallateur anstrebt, setzt auf einen Beruf mit Zukunft. Speziell bei der Implementierung und Wartung technischer Anlagen sowie beim Häuserbau werden Elektroinstallateure benötigt. Für diesen Beruf sind eine solide Ausbildung und ein fundiertes Fachwissen erforderlich. Durch Weiterbildungsmaßnahmen besteht zudem die Möglichkeit, das durchschnittliche Einkommen deutlich zu erhöhen. Dieser Artikel stellt den Beruf des Elektroinstallateurs und die damit verbundenen Ausbildungen und Tätigkeiten vor.

Diese Aufgaben erfüllt ein Elektroinstallateur

Sehr häufig besteht der Arbeitsalltag von Elektroinstallateuren im Umgang mit technischen Geräten und Systemen. So haben sie beispielsweise die Aufgabe, Steckdosen zu verlegen oder Sicherungen zu montieren. Ebenso müssen sie in der Lage sein, Waschmaschinen und Herde anzuschließen oder ein Datennetz für ein Unternehmen anzulegen. Neben der reinen Installation technischer Anlagen besteht das Tätigkeitsfeld darin, vorhandene Anlagen auf ihre Funktionstüchtigkeit hin zu prüfen. Sollte es hierbei zu Fehlern oder Schwierigkeiten kommen, müssen diese lokalisiert und aus der Welt geschafft werden.

Teilweise sind die Aufgaben, die Elektroinstallateure zu bewältigen haben aber deutlich anspruchsvoller. Einige von ihnen sind zum Beispiel für die Installation und Überwachung von Zugangskontrollsystemen verantwortlich und wieder andere beschäftigen sich mit der Installation von Photovoltaikanlagen. Gerade diese Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten macht den Beruf des Elektroinstallateurs so abwechslungsreich und interessant für Auszubildende.

Die Ausbildung zum Elektroinstallateur

Der Ausbildungsgang zum Elektroinstallateur heißt seit dem Jahr 2008 offiziell „Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“. Hierdurch verschiebt sich die Schwerpunktsetzung ein wenig. Stand früher die Implementierung (Installation) von technischen Anlagen im Mittelpunkt des Berufsbildes, so stehen mit „Energie- und Gebäudetechnik“ heute eher die Aufgabenfelder und die Themenbereiche im Fokus der Aufmerksamkeit. Der dreieinhalbjährige Ausbildungsgang ist dual, sodass die Auszubildenden sowohl in einem Betrieb als auch in einer Berufsschule ausgebildet werden. Grundsätzlich gibt es keine Aufnahmevoraussetzungen für diesen Ausbildungsberuf, allerdings verfügen aktuell etwa 53 Prozent der Auszubildenden über einen mittleren Schulabschluss.

Die betriebliche Ausbildung fokussiert sich auf die praktischen Seiten des Berufs. Hier werden vor allem handwerkliche und technische Fertigkeiten vermittelt, die für die Ausübung des Berufs erforderlich sind. Hierzu gehört der ordnungsgemäße Umgang mit technischen Geräten und Anlagen ebenso wie die Führung eines Berichthefts. Die Ausbildung in der Berufsschule beschäftigt sich hingegen eher mit theoretischem Fachwissen. Mathematik und Physik spielen hierbei eine wichtige Rolle. Ebenso sind die Themenfelder Technik und Informatik für Elektroinstallateure unverzichtbar. Allerdings stehen auch andere Fächer wie Deutsch oder Sozialkunde auf dem Stundenplan.

Wichtige Fachkenntnisse, die ein Elektroinstallateur mitbringen muss

Es gibt eine große Zahl an Normen und Richtlinien, die Elektroinstallateure kennen müssen, um ihrem Beruf professionell nachgehen zu können. Es ist daher entscheidend, dass sie sich ein fundiertes Fachwissen aneignen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, was bestimmte Regularien und Vorgaben anbetrifft. So gibt es zum Beispiel Bestimmungen, die festlegen, wie eine Elektroinstallation zu erfolgen hat. Hierbei müssen technische Standards eingehalten und Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Zudem müssen Elektroinstallateure wissen, wie viele Zähler in einer Anlage anzubringen sind, wie eine Verkabelung im Wohnbau zu erfolgen hat und vieles mehr.

Selbst berufstätige Elektroinstallateure, die ihren Beruf schon seit Jahren ausüben, müssen sich diesbezüglich auf dem Laufenden halten. Längst genügt es nicht mehr, sich während der Ausbildung Wissen anzueignen, um durch das Berufsleben zu kommen. Dafür verändern sich bestimmte Regelungen zu häufig. Es ist daher immens wichtig, sich auch während der eigentlichen Arbeit im Beruf immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen und sich mit den aktuellen Veränderungen und Entwicklungen zu beschäftigen.

Das verdient ein Elektroinstallateur

Während der Ausbildung gibt es vier Gehaltsstufen. Nachdem die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde, ist ein Verdienst von durchschnittlich 1.600-1.900 Euro brutto im Monat realistisch. Durch geeignete Weiterbildungsmaßnahmen und Fortbildungen ist es möglich, sich Zusatzqualifikationen anzueignen. Diese erhöhen den Marktwert der jeweiligen Elektroinstallateure, sodass diese bis zu 3.000 Euro brutto im Monat verdienen können. Hierfür ist aber nicht nur exzellentes Fachwissen nötig, sondern auch einige Jahre Berufserfahrung sind zwingend erforderlich.

Elektroinstallateure arbeiten in verschiedenen Arbeitsumfeldern

Elektroinstallateure sind häufig unterwegs und arbeiten in diversen Gebäuden. Oftmals sind sie bei bestimmten Projekten Teil eines Teams und unterstützen beispielsweise Ingenieure, Baustellenleiter und technische Leiter. Gelegentlich sind sie auch in Werkstätten beschäftigt und arbeiten hier eng mit dem jeweiligen Meister zusammen. Das ist zumeist bei Elektroinstallateuren der Fall, die für ein Industrieunternehmen tätig sind. Bei den Arbeiten im Außeneinsatz stehen vor allem Aufgaben im Freien an der Tagesordnung. Elektroinstallateure müssen folglich mit ganz unterschiedlichen Witterungsbedingungen klarkommen. Hinzu kommt, dass ihr Arbeitsbereich gelegentlich schwer zu erreichen ist. Entsprechend ist es keine Seltenheit, dass ein Elektroinstallateur in gebückter Haltung oder über Kopf arbeiten muss.

Bei der Arbeit nutzt ein Elektroinstallateur vielfältige Werkzeuge und Hilfsmittel. Am häufigsten sehen sie sich elektrischen Schaltanlagen gegenüber und müssen mit diesen umgehen. Außerdem gehören die Installation von Steckdosen und Lampen zum Tätigkeitsfeld. Entsprechend zählen Schraubenzieher und Spannungsmesser zur Standardausrüstung dieser Berufsgruppe. Zudem müssen immer wieder Zeichnungen und Pläne interpretiert beziehungsweise erstellt werden. Zeichnerisches Talent und eine genaue Kenntnis der verschiedenen Maßeinheiten und Werte sind daher extrem wichtig.

Wichtige Fähigkeiten von Elektroinstallateuren

Um als Elektroinstallateur erfolgreich tätig sein zu können, sind eine abgeschlossene Schulbildung und eine erfolgreich beendete Berufsausbildung wichtig. Zudem sind Unternehmen immer auf der Suche nach Menschen, die handwerkliche Tätigkeiten mit Bravour meistern und die durch eine hervorragende Hand-Augen-Koordination auffallen. Sie müssen sich mit technischen und elektronischen Fragestellungen auskennen und bei all ihren Tätigkeiten sehr sorgsam arbeiten. Das gilt bei der Installation technischer Anlagen ebenso wie bei der Erstellung von Schaltplänen oder beim Führen eines Berichtheftes.

Des Weiteren ist es empfehlenswert, dass Elektroinstallateure körperlich fit sind. Der Beruf ist teilweise sehr anstrengend und verlangt den Menschen einiges ab. Wer gut trainiert ist und sich für Bewegung und Sport begeistern kann, hat es hier deutlich leichter. Ebenfalls extrem wichtig ist die Teamfähigkeit. Kein Elektroinstallateur ist in der Lage, alle seine Aufgaben im Alleingang zu bewältigen. Auf allen Baustellen, in allen Werkstätten und bei allen Projekten arbeitet er mit diversen anderen Fachleuten zusammen und bildet ein Team. Sich auf diese verschiedenen Persönlichkeiten einzulassen und auf Augenhöhe mit diesen kommunizieren und arbeiten zu können, sind wichtige Voraussetzungen für den Beruf.

Tätigkeitsfelder von Elektroinstallateuren

Elektroinstallateure sind stark nachgefragt. Viele Unternehmen sind dankbar, Menschen mit technischem Verständnis und handwerklichem Geschick in ihr Team aufnehmen zu können. Aktuell herrscht in diesem Bereich nämlich ein Fachkräftemangel. Einer großen Zahl an freien Ausbildungsstellen steht eine überschaubare Zahl an Jugendlichen gegenüber, die diesen Beruf ergreifen möchten. Deswegen ist es meistens so, dass die Ausbildungsbetriebe die Elektroinstallateure nach der Ausbildung direkt übernehmen. Grundsätzlich haben die Installateure aber die Möglichkeit, sich ihren Arbeitgeber frei zu wählen, was sich bei den Gehaltsverhandlungen meist gut macht.

Ganz grundsätzlich werden Elektroinstallateure überall benötigt, wo es technische Anlagen gibt. In der Praxis sind sie aber vorrangig im Einzel- und Großhandel beschäftigt. Ebenso gibt es viele freie Stellen in Elektrotechnikbetrieben. Immer häufiger nehmen auch Firmen aus dem Bereich Facility-Management Elektroinstallateure auf, während andere Hausmeistertätigkeiten übernehmen. Ebenso besteht immer die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu gründen und sich selbstständig zu machen.

Fazit: Elektroinstallateur ist ein anspruchsvoller Beruf mit Zukunft

Elektroinstallateure haben am Arbeitsmarkt aktuell gute Chancen. Auf absehbare Zeit wird das auch so bleiben. Angesichts fehlender Fachkräfte sind Unternehmen nämlich sehr daran interessiert, handwerklich begabte Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung für sich zu gewinnen. Wer sich für technische Geräte, Schaltungen und Anlagen begeistern und mit Zahlen und Plänen mühelos umgehen kann, wird sich in diesem Beruf daher sehr wohlfühlen. Dank zahlreicher Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen besteht zudem die Möglichkeit, sich zu spezialisieren. Hierdurch werden Elektroinstallateure noch attraktiver für die Betriebe, was sich positiv auf das Gehalt und die Aufstiegschancen auswirkt.