Kinder brauchen klare Regeln

Heike Stopp | 05.04.2011 Bild zu: Kinder brauchen klare Regeln
Was ist denn hier los, Karl-Heinz Laube, pixelio

Sicher, Kinder brauchen vor allem Dingen Zuwendung, Liebe und Geborgenheit. Wenn ihre körperlichen und psychischen Bedürfnisse befriedigt sind, können sie sich optimal entwickeln, sind beziehungsfreudige, neugierige, aktive kleine Wesen, die die Welt erkunden.

Doch trotz grenzenloser Elternliebe sollte diese dennoch die eine oder andere Grenze ziehen, damit auf dem kleinen Sonnenschein nicht ein großer Tyrann wird, der ständig bei anderen Grenzen übertritt. Deshalb ist auch das soziale Lernen von immenser Bedeutung – und schon die Kleinsten müssen lernen, dass man unendliche Möglichkeiten hat, aber auch einschränkende Spielregeln akzeptieren muss. Zum eigenen Wohl, aber auch für ein gelungenes Miteinander.

Vor allem die engsten Bezugspersonen wie Eltern und älteren Geschwister sind hier gefordert, denn sie sind die ersten, der Verhalten von den Kleinsten nachgeahmt wird. Wer selbst „böse“ Wörter gebraucht, muss sich nicht wundern, wenn die Kids sie nachplappern. Wer selbst nie Gemüse ist, wird beim Nachwuchs auf verlorenem Posten kämpfen, diesem Vitaminkost schmackhaft zu machen. Wer es selbst mit der Ordnung im Arbeitszimmer oder der Küche nicht so hat, hat einen schweren Stand, seinem Knirps zu erklären, warum das Kinderzimmer vor dem Schlafengehen aufgeräumt werden muss.

Dabei können viele Regeln leicht mit positiven Ritualen verknüpft werden, damit eine Grenze hier mit einem „Goodie“ dort belohnt wird. Wer etwa ständigen Schlafbesuch im Elternbett vermeiden möchte, führt exklusive Kuschelstunden ein. Wichtig: Regeln gelten immer, bei Mama und Papa gleichermaßen, „angedrohte“ Konsequenzen müssen auch eintreten. Die Kids dabei stets direkt ansehen/-sprechen sowie eindeutige, altersgerechte Regeln erstellen. Dann (an)erkennt der Nachwuchs auch die Sicherheit, die letztlich mit den Regeln einhergeht.