Sicherheitsgurt bleibt wichtigster Schutz

Heike Stopp | 07.06.2010 Bild zu: Sicherheitsgurt bleibt wichtigster Schutz
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Trotz der zahlreichen Sicherheitsmerkmale, die moderne Autos heutzutage aufweisen, ist und bleibt der Sicherheitsgurt der Lebensretter. Viele Sicherheitseinrichtungen im Automobil sind für nichtangeschnallte Insassen schlichtweg nutzlos, unter Umständen sogar gefährlich, was Unfallforscher der DEKRA und Winterthur bei Studien in Wildhaus (Schweiz) aufzeigten.

Die größte Wirkung entfaltet eine Kombination aus Airbag und Sicherheitsgurt bei Frontalkollisionen, aber auch bei Überschlägen. Die Fixierung des Insassen bei einem Unfall sorgt für eine verminderte Verletzungsgefahr und ist somit der wichtigste Teil des Insassenschutzes beim Frontalcrash. Bei einer seitlichen Kollision ist eine Fixierung des Körpers in dieser Form leider nicht möglich, so dass hier die weitaus schwereren Verletzungen trotz Sicherheitsgurt auftreten können. Neue Gurtsysteme schaffen hier Abhilfe, werden jedoch nur für wenige Modelle überhaupt angeboten.

Ebenfalls kann mit einer altbekannten Fehleinschätzung wissenschaftlich fundiert aufgeräumt werden. Bei einem Stadtunfall ist es unter keinen Umständen möglich, sich mit den Händen abzustützen und somit zu schützen. Bereits bei einem Frontalaufprall mit 14 km/h treten Kräfte auf, die ziemlich genau dem Achtfachen des Körpergewichts entsprechen. Etwa 10 Prozent der PKW-Passagiere schnallen sich innerorts nicht an, was nachgewiesen eine große Gefahr ist. Auf der Rückbank sind es sogar 16 Prozent aller Insassen, die auf den Gurt verzichten. Die Kräfte bei einer Kollision sind die gleichen, die Verletzungen ebenfalls.

Zum größtmöglichen Schutz sollten Passagiere stets den Gurt anschnallen und so tragen, dass er über das Schultergelenk läuft und nicht verdreht ist. Dicke Jacken oder Mäntel sind vor der Fahrt abzulegen, so dass der Körper bestmöglich am Sitz fixiert werden kann. Auch bei Schwangeren ist der Airbag kein Gurtersatz, der Beckengurt sollte jedoch möglichst weit unten um Bauch und Hüfte getragen werden, um das Ungeborene nicht zu gefährden.