Trennung – und die Kinder?

Heike Stopp | 01.05.2011 Bild zu: Trennung – und die Kinder?
Scheidungsopfer, Foto: Didi01 / pixelio.de

Wenn ein Paar keines mehr ist und die Beziehung nicht fortgeführt werden kann, dann ist für die Erwachsenen die Trennung nicht nur ein notwendiger Schritt, sondern auch wichtiger Befreiungsschlag. Und Chance auf einen Neubeginn. Doch wo bleiben die Kinder? Wie können Sie mit der „neuen“ Ordnung umgehen, wo doch ihr „altes“ Leben in Unordnung geraten ist?

Auch wenn sie nichts sagen oder gar verhaltensauffällig sind, Kinder wissen in aller Regel schon weitaus früher, als man es ihnen sagt, dass irgendwas nicht stimmt(e). Ihre Antennen haben längst erspürt, dass das bisherige Leben am zerbröckeln ist – selbst, wenn der Trennung keinen laustarken Kräche vorangegangen sind.

Trotzdem ist es wichtig und langfristig gesehen auch besser, sie in den Trennungsprozess mit einzubinden und auf einschneidende Schritte (Auszug eines Elternteils, Auflösung der gemeinsamen Wohnung, Umzug in eine neue Bleibe) aktiv vorzubereiten. Und ihnen stets klarzumachen, dass die Erwachsenen ein Problem miteinander haben und auf diese Weise lösen, aber sie, die Kinder, nicht das Problem sind und immer Vater wie Mutter haben werden. Daher ist Ehrlichkeit und Offenheit das oberste Gebot, sobald die Trennung eine von beiden Seiten beschlossene und gegenüber Dritten, also auch den Kindern, vertretbare Sache ist.

Wichtig in der Zeit der Entscheidungsfindung wie auch der Trennungsphase an sich ist, dass es für die Kinder klare Regeln gibt, an denen sie sich orientieren können. Auch getrennte Eltern sollte eine einheitlich-gemeinsame Erziehung vertreten. Ein paar „Goodies“ sind in Ordnung, um Ruhe oder Ablenkung reinzubringen, mehr aber auch nicht. Wichtig ist primär gemeinsame Zeit – zum Zuhören, aber auch zum Weinen.