Wie der Winterblues vertrieben werden kann

Frank Kessler | 05.01.2020 Wie der Winterblues vertrieben werden kann
Foto: Anne Garti / pixelio.de

Nicht nur die kalte Jahreszeit wirft ihre Schatten, auch die Seele scheint im Winter oft in die Dunkelheit abzudriften. Vom Winterblues ist hier die Rede. Dieser Gemütszustand zeigt ähnliche Symptome wie eine gängige Depression. Es sollte daher sichergestellt werden, dass die melancholischen Gedanken zum Jahresende keine ernstere Ursache haben. Wie das alljährliche Gefühl der Trauer eingedämmt oder gar unterbunden werden kann, erklärt ein Experte.

Der Winterblues ist kein seltenes Phänomen. Wenn die Tage kürzer werden, belastet das nicht selten die Psyche der Menschen. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob das Gefühl der Melancholie dem einbrechenden Winter mit seiner Kälte und den grauen Tagen geschuldet ist, oder ob eine tatsächliche Depression vorliegt. Letztere kann tatsächlich ernste und gefährdende Auswirkungen auf Betroffene und deren Angehörige haben. Kai Klindt, stellvertretender Chefredakteur der Apothekenzeitschrift "Senioren Ratgeber", sprach in einem Interview von möglichen Präventionsmaßnahmen gegen den Winterblues.

Warnsignale vom Winterblues richtig deuten

Ein Gang zum Arzt sei laut Klindt dann erforderlich, wenn mit den trüben Gedanken eine konstante Müdigkeit und Antriebslosigkeit einhergehe. In Verbindung mit ständiger Gereiztheit oder der Änderung von alteingefahrenen Gewohnheiten seien diese Anzeichen typische Signale einer Depression, und sollten ärztlich behandelt werden. Diese Symptome zu ignorieren kann gefährlich für Leib und Leben sein.

Der winterlichen Melancholie den Kampf ansagen

Handelt es sich jedoch um den typischen Winterblues, kann der Zustand durch eigenes Zutun verbessert werden. Selbst wenn die Tage grau und ungemütlich sind, sollte jeder Betroffene seinen inneren Schweinehund überwinden, und an die frische Luft gehen. Sich im Tageslicht zu bewegen habe eine überraschende Auswirkung auf die Stimmung, selbst wenn der Himmel wolkenverhangen ist. Ein dreißigminütiger Spaziergang, Walken oder Radfahren wirke Wunder gegen den Winterblues.

Ausgewogene Ernährung als Wunderwaffe

Auf die Frage, ob leichte Kost ebenfalls gegen die Melancholie im Winter helfen könne, konterte Klindt, dass gesunde Mahlzeiten immer ein gutes Mittel für Körper und Geist seien. Forscher verwiesen demnach auf zahlreiche Studien, die das positive Einwirken von fleischarmer Kost auf das physische und psychische Wohl belegten. Auch viel Obst, Gemüse und vor allem pflanzliche Fette hätten einen guten Einfluss auf die Gesundheit und das Gemüt. Darüber hinaus seien Aktivitäten wie das Singen und Musizieren unbestritten Helfer gegen diese ganz spezielle Niedergeschlagenheit, die das scheidende Jahr verursache. Und nicht zuletzt wäre Lachen immer eine gute Therapie.