Wie sage ich es Oma, dass sie sich nicht einmischen soll?

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Foto: Matthias Balzer / pixelio.de

Sicher standen schon viele junge Menschen vor dem Problem, dass die Oma, die es ja in der Regel gut meint und bei der man als Kind mehr Freiheiten hatte als bei den Eltern, sich plötzlich in alle möglichen Angelegenheiten einmischt und immer wieder gute Ratschläge geben will.

Vor allem bei den Fragen, die das andere Geschlecht betreffen, haben die Omas meist eine ganz andere Meinung als die jungen Menschen von heute. Ein weiterer Punkt, bei denen Omas sich gerne einmischen sind die Kleidung oder die Haare. Da kommt die Frage auf, wie sage ich es Oma, dass sie sich nicht einmischen soll? Das ist sicherlich schwer, da man die Oma ja auch nicht verletzen möchte.

Eine gute Möglichkeit ist, ein paar Blumen zu besorgen, ruhig aus dem Garten, einen kleinen Kuchen zu backen und die Oma zu besuchen. Da ist sicherlich jede Oma gerührt und man kann sich mit ihr in aller Ruhe unterhalten. Vielleicht kann man die Oma ja auch bitten, ein paar alte Fotoalben herauszuholen, um mit ihr in Ruhe alte Fotos anzuschauen. Da ist man sicherlich überrascht, wenn man Bilder der heute in der Regel kurz über 50-jährigen Oma sieht, wie sie als junges Mädchen gekleidet war. Wer Interesse zeigt, hat eine gute Ausgangsbasis.

Schwieriger ist es, wenn sich die Oma in Erziehungsangelegenheiten einmischt. Am besten hält man Familienrat und spricht ab, welche Entscheidungen zu treffen sind. Eltern sollten klar machen, wie sie ihr Kind erziehen wollen, welche Werte sie vermitteln und wie sie Probleme lösen wollen. So lassen sich zunächst einmal die verschiedenen Ansichten ausdiskutieren und einen gemeinsamen Nenner finden.

Als nächster Schritt wird vereinbart, dass immer gilt, was die Eltern für ihr Kind wünschen. So ist es z. B. sinnvoll, wenn das Kind bei der Oma fragt, ob es ein Eis essen darf zu sagen: „Frage bitte zunächst deine Eltern.“ oder „Was sagt deine Mutter/dein Vater dazu?“ Das mag bei so einer Lapalie wie Eis kindisch anmuten. Bei Fragen nach der Uhrzeit fürs Nachhausekommen ist es schon wichtig, dass sich alle einig sind, damit nicht der eine dem Kind Freiheiten einräumt, die ein anderer nicht billigt. Wer schon bei kleinen Entscheidungen dem Kind beibringt, die Eltern zu fragen, hat leichteres Spiel, wenn es an Probleme mit einer gewissen Tragweite geht.

Ist das Kind mit der Oma unterwegs, hat es meist schon ein paar kleine Freiheiten mehr. Wichtig ist aber abzusprechen, dass die Oma weder den Eltern erzieherisch in den Rücken fällt, indem sie etwas erlaubt, was bei Mutter und Vater striktes Tabu ist als auch nicht ihren eigenen Erziehungsstil durchzudrücken, auch wenn die Eltern nicht damit einverstanden wären. Kleine Zugeständnisse sind selbstverständlich erlaubt, wie z. B. einmal eine halbe Stunde länger fern schauen oder ein paar Süßigkeiten mehr als daheim, vorausgesetzt, das hat keine gesundheitlichen Konsequenzen.

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