Zuhause und im Baubüro - Schimmel durch Lüften vorbeugen

Frank Kessler | 13.03.2020 Zuhause und im Baubüro - Schimmel durch Lüften vorbeugen
Foto: obs/ISOTEC GmbH/Cornelis Gollhardt

Um dem Verlust der Gemütlichkeit vorzubeugen, schrecken viele Menschen davor zurück, im Winter das Zuhause vernünftig zu lüften. Dieses Fehlverhalten führt häufig dazu, dass sich Schimmel in den Räumen bildet. Sind Wohn- oder Büroräume erst einmal von einem Schimmelpilz befallen, ist es schwer, diesen wieder loszuwerden. Daher empfehlen Experten eindringlich, sich an die Regeln des Stoßlüftens zu halten.

Es gibt nichts Schöneres als ein warmes Heim, wenn die Tage trüb und kalt sind. Ein Blick aus dem Fenster mag manche Menschen davon abhalten, ihre Fenster in der kalten Jahreszeit zu öffnen. Sie begnügen sich beim Lüften mit gekippten Fenstern. Doch das ist falsch, sagt der stellvertretende technische Leiter des Sanierungsunternehmens ISOTEC, Thomas Molitor. Es sei besonders im Winter wichtig, die Fenster wenigstens drei- bis fünfmal täglich ganz zu öffnen, so der Diplom-Ingenieur. Dabei würden schon 10 Minuten dazu beitragen, die Gefahr der Schimmelbildung zu verringern.

Stoßlüften als Schlagwort gegen den Schimmel

Das Umweltbundesamt sagt in seinem "Leitfaden zur Ursachensuche und Sanierung bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen", dass gekippte Fenster die schlechteste Variante des Lüftens seien. Neben dem Auskühlen der Wände würden die Heizkosten immens erhöht. Ein Lüften nach Bedarf sei hier wesentlich effizienter. Thomas Molitor merkt dazu an, dass Stoßlüften die Raumluft bis zu 200 Mal schneller austauscht, als gekippte Fenster. Nur fünf bis zehn Minuten seien pro Raumlüftung nötig, um diesen Effekt zu erzielen. Zudem würden die Zimmer dann nicht komplett auskühlen, was die Energiekosten nicht zu stark belastet.

Die Mitte finden, sowohl zuhause als auch im Büro

Was für das eigene Heim gilt, sollte auch am Arbeitsplatz nicht vergessen werden. Dort werden die Fenster bei kühlen Außentemperaturen ebenfalls gerne geschlossen oder bestenfalls gekippt gehalten. Dabei ist der Austausch der trockenen Außenluft mit der feuchten Innenluft wichtig. Vor allem im Büro hilft ein wenig frische Luft zudem, die notwendige Konzentration zu erhalten und Ermüdung vorzubeugen.

Ein weiterer Faktor für ein gesundes Raumklima und die Senkung von Heizkosten ist es, die räumliche Temperatur nie unter 16 Grad fallenzulassen. Es bedarf wesentlich mehr Energie, wenn ein komplett ausgekühlter Raum nach Feierabend wieder aufgewärmt werden muss, als wenn die Heizung auf niedriger Stufe durchläuft. Generell gilt, dass Wohnräume zwischen 19 Grad und 21 Grad Wärme aufweisen, wenig genutzte Zimmer können konstant bei 16 Grad gehalten werden.

Schimmel entsteht auch, wenn Türen zwischen wärmeren und kühleren Räumen nicht geschlossen sind. Das Aufeinandertreffen der unterschiedlich temperierten Luft führt zur Kondensation, die daraus entstehende Feuchtigkeit begünstigt die Entstehung von Schimmelpilzen. Thomas Molitor fasst zusammen, dass richtiges Heizen und Lüften eine hohe Raumfeuchtigkeit reduziert und der Schimmelpilzbefall so vermieden werden kann.