Digitalisierung mit Rohrzange und Tablet

Digitalisierung am Bau , 11.02.2016 , Roland Riethmüller

Als Heizungs- und Sanitärbetrieb arbeitet die Firma Haaß bereits seit Jahren mit digitalen Daten und Informationen. Seit ein paar Jahren setzt das Unternehmen nun komplett auf Digitalisierung und stellt sich den Herausforderungen der Zukunft. Die Juniorchefin Kathrin de Blois treibt die Digitalisierung und hat dabei den kompletten Betriebsablauf von der Terminplanung bis zur Rechnungserstellung digitalisiert.

Die Digitalisierung im Bauhandwerk hat viele Facetten. Das kann die Juniorchefin Kathrin de Blois im Familienunternehmen Haaß - Sanitär und Heizung bestätigen. Der Sanitärbetrieb beschäftigt aktuell 42 Personen und 12 Auszubildende an zwei Standorten in Mönchengladbach und Düsseldorf. Als Mitglied der Geschäftsführung setzt sie sich seit 2012 intensiv für eine verstärkte Digitalisierung sämtlicher Arbeitsabläufe ein.

Schon früh von den Vorteilen der Digitalisierung überzeugt

Doch Digitalisierung hatte in den vergangenen fast zwanzig Jahren seit der Gründung schon immer eine hohe Bedeutung bei Haaß. Bereits 2001 wurde auf ein neues Software-Programm umgestellt, mit dem von der Kalkulation bis zur Abrechnung Aufträge digital abgearbeitet werden konnten. Schon ein Jahr später kam auch eine digitale Projektverwaltung hinzu. 2007 wurde dann der “digitale Kundendienst” eingeführt. Alle Mitarbeiter wurde dazu mit Laptops ausgestattet. Dies verbesserte die Kommunikation mit dem Büro erheblich, so dass die Techniker besser und schneller über neue Aufträge informiert waren.

“Wer technische Entwicklungen ignoriert oder verschläft, wird auf lange Sicht wirtschaftlich nur schwer überleben können.” Kathrin de Blois

Doch Digitalisierung geht bei der studierten Wirtschaftswissenschaftlerin de Blois weit über die reine digitale Auftragsabwicklung hinaus. So führte sie 2012 eine CRM-Erweiterung für das digitale Kundenbeziehungsmanagement ein und sorgte 2013 für eine komplette digitale Prozessoptimierung. Damit ist der Beschaffungsprozess nicht nur einfacher sondern auch effizienter geworden. Das System ist mit der Händlerdatenbank direkt verknüpft und erfasst, wie viele Teile pro Jahr bestellt werden. Am Ende können dadurch auch Kostenvorteile durch die Verhandlung von Jahresvolumen realisiert werden. Aber auch der Datenaustausch, beispielsweise direkt vom Heizungskessel, ist damit viel einfacher möglich. 2015 hat die Juniorchefin zusätzlich ein digitales Dokumentenmanagementsystem installieren lassen, um alle anfallenden Daten auch langfristig zu archivieren.

Rechnungserstellung beim Kunden spart Zeit, Arbeit und Nerven

“Bei uns sind fast alle Arbeitsprozesse digitalisiert. So drucken unsere Handwerker nach einer erfolgten Reparatur direkt vor Ort die Rechnung aus”, betont de Blois. Es liegt auf der Hand, dass dieser Arbeitsschritt zwar die entsprechende technische Ausstattung erfordert. Doch gleichzeitig spart sie sowohl dem Kunden als auch dem Betrieb wertvolle Zeit. Außerdem wird die Transparenz erhöht, denn Diskussionen über geleistete Arbeitsstunden und Anfahrzeiten gehören damit endgültig der Vergangenheit an.

Digitalisierung ist auch eine Herausforderung

Alles im allem ist die Digitalisierung und der Fortschritt für Handwerksbetriebe nicht ganz ohne Anstrengung zu haben, ist sich de Blois sicher. Investitionsbereitschaft, Kapital, aber auch Mut zum Risiko und Know-How sind dazu nötig. “Wir sehen in der Digitalisierung mehr Chancen als Risiken und freuen uns auf die Herausforderungen.”

 

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