Bauwirtschaft bleibt wichtige Stütze der Baukonjunktur

News , 14.01.2019 , Frank Kessler Bauwirtschaft bleibt wichtige Stütze der Baukonjunktur
Foto: Roland Riethmüller

Die Unternehmen der Bauwirtschaft können mit einer Steigerung des nominalen Bauvolumens von rund 7,5 Prozent im laufenden Jahr rechnen. Für das nächste Jahr wird mit einem Wachstum um 6,5 Prozent gerechnet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Bauvolumenrechnung des Wirtschaftsforscher. Somit ist die Bauwirtschaft ein wichtiger Pfeiler für die Baukonjunktur.

Der florierende Wohnungsbau und die Impulse aus der Politik sind die Gründe für die anhaltend gute Baukonjunktur. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Bauvolumenrechnung vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Doch der Wachstum hat auch seine Schattenseiten, nämlich den merklichen Anstieg der Baupreise in den letzten zwei Jahren. Schuld daran sind die starke Nachfrage beim Wohnungsbau und die hohe Kapazitätsauslastung. Die höheren Abschreibungen und das Baukindergeld für den Mietwohnungsbau dürften den Preisanstieg in der Bauwirtschaft weiter antreiben. Damit ist klar, dass die Bauwirtschaft an der Kapazitätsgrenze ist. Die gewährten Fördermaßnahmen laufen nach drei Jahren wieder aus. Statt zusätzliche Kapazitäten aufzubauen, werden die Bauunternehmen ihre Preissetzungsspielräume ausnutzen. In diesem Jahr werden die Baupreise wahrscheinlich um 4,5 Prozent ansteigen. Für das Jahr 2020 rechnet man mit einer Preissteigerung um weitere 3,5 Prozent. Der nominalen Steigerung des Bauvolumens im aktuellen Jahr 2019 auf 430 Milliarden Euro und 460 Milliarden Euro im Jahr 2020 stehen deutliche schwächere Wachstumsraten gegenüber. Diese beträgt in diesem Jahr 2,9 Prozent und im nächsten Jahr 3,1 Prozent.

Kein Rückgang des Wohnungsnot in den Städten

Mit einem Rückgang des Wohnungsproblems ist in den Städten aufgrund der sinkenden Wachstumsdynamik im Wohnungsneubau nicht zu rechnen. Ein Ansatz wäre die Stärkung des sozialen Wohnungsbaus. Durch die neuesten Verfassungsänderungen hat der Bund mehr Spielraum. Um die Fehler in der Vergangenheit zu vermeiden, muss ein neuer Typus von sozialem Wohnungsbau geschaffen werden, sagt Studienautor Martin Gornig. Die Fördermittel sollten gezielt in die Regionen geführt werden, in denen es zu Verdrängungsprozessen kommt. Es dürfe nicht die Masse sondern der räumliche Zuschnitt zählen. Außerdem müsse für die Definition der Regionen die Kommunen zuständig sein.

Bauvolumenrechnung des DIW Berlin

Die Bauvolumenrechnung wird aus Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) finanziert. Das Bauvolumen beziffert die gesamte inländische Bauleistung nominal und real. Die Bauvolumenrechnung enthält auch die nicht werterhöhenden Reparaturen und nicht nur die Bauinvestitionen.