Kostenexplosion vermeiden, denn Baugewerbe gestaltet Heimat

News , 15.11.2018 , Frank Kessler Kostenexplosion vermeiden, denn Baugewerbe gestaltet Heimat
Foto: Roland Riethmüller

"Wir bauen Heimat" war das Motto des diesjährigen Baugewerbetages in Berlin. So ist das erklärte Ziel der Baubranche, einen lebenswerten Wohnraum für die Menschen zu schaffen. Wichtig dabei ist, dass zu viele Vorschriften das Bauen immer mehr verteuern würden. Deshalb wird unter anderem ein Neustart der Mantelverordnung für den Wohnungsbau gefordert.

Der neu gewählte Präsident des Zentralverbands des deutschen Baugewerbes (ZDB), Reinhard Quast, erklärte vergangene Woche auf dem Baugewerbetag: "Bauinvestitionen sind Investitionen in die Zukunft; dauerhafte Bauwerke überleben bisweilen Jahrtausende und sind für die Lebensqualität eines Landes prägend.” Weiterhin erklärte er, dass man den Menschen einen positiven Rahmen für die Heimat schaffen müsse und das sei die Aufgabe der Baubranche. Dazu gehören aber auch Wohn- und Geschäftsgebäude, Verkehrswege, ein gut ausgebautes Glasfasernetz mit Sendemasten, um den Anschluss an die digitale Welt nicht zu verpassen.

Zu viele Vorschriften bremsen die Bauunternehmen aus

Quast machte aber auch deutlich, dass die Bauunternehmen von der Fülle von Vorschriften und Regularien eingeengt werden. Das verhindere nicht nur kreative Lösungen sondern mache das Bauen auch noch teurer. Er verwies gleichzeitig auf die alten Baumeister, die mit weniger Vorschriften einen höheren Gestaltungsspielraum gehabt und trotzdem Gebäude mit hohem ästhetischen Anspruch gebaut hätten. Die vielen Vorschriften und Regelungen machen nicht viel Sinn und sagen auch nichts über die Bauqualität aus. Doch genau darauf komme es letztendlich an.

Die Spaltung der Gesellschaft muss vermieden werden

Um eine Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden, wird bezahlbarer Wohnungsraum für jeden benötigt. Dazu muss hochwertiger Wohnungsbau geschaffen werden. Es könne einfach nicht sein, dass der Feuerwehrmann oder die Krankenschwester stundenlang pendeln müssen, weil sie keinen entsprechenden Wohnraum in der Nähe des Arbeitsplatzes finden würden. Außerdem erteilte er dem seriellen konzeptlosen Wohnbau eine Absage. Er forderte moderne Konzepte, damit die neuen Wohnviertel für die Bewohner auch zur neuen Heimat werden würden.

In der Diskussionsrunde ging es auch um einen Neustart der Mantelverordnung. Abschließend erklärte Quast, dass er sich um die Zukunft des deutschen Baugewerbes keine Sorgen machen würde. Noch wären nicht alle Straßen und alle Wohnungen gebaut. Gleichzeitig betonte er auch, welche umfangreichen Karrieremöglichkeiten es am Bau geben würde