Mit Employer-Branding gewinnen Bauunternehmen Fachkräfte

News , 26.11.2018 , Frank Kessler Mit Employer-Branding gewinnen Bauunternehmen Fachkräfte
Foto: Roland Riethmüller

Kleine und mittelständische Unternehmen aus der Bauwirtschaft müssen sich angesichts eines leer gefegten Arbeitsmarktes immer mehr zu einer attraktiven Arbeitgebermarke entwickeln. Nur so binden sie nachhaltig vorhandene Mitarbeiter und gewinnen erforderliche Fach- und Nachwuchskräfte. Viele Bauunternehmen haben dieses Employer-Branding als Lösung für den Fachkräftemangel bisher eher müde belächelt. Doch das ändert sich jetzt.

Lange Zeit haben sich fast ausschließlich vor allem größere Bauunternehmen mit dem Employer-Branding beschäftigt. Dagegen vertraten Familienunternehmen kleiner und mittlerer Größe (KMU) oft die Ansicht, in ihrem relevanten Markt ausreichend bekannt zu sein. Das stimme vielleicht für ihre Bautätigkeit, aber nicht für ihr Angebot als Arbeitgeber, schreibt die PR-Agentur BHR Bauherrenreport GmbH. Angesichts eines verschärften lokalen Wettstreits um Fachkräfte sei es wichtig, sich als charmante Arbeitgebermarke zu präsentieren, da man als Arbeitgeber nicht mehr nur mit gleichwertigen Unternehmen aus dem Wettbewerbsumfeld konkurriert. So greifen branchenübergreifende Arbeitgeber zunehmend ebenfalls in den Konkurrenzkampf ein.

Eine Arbeitgebermarke aufzubauen, braucht Geduld

Empfohlen wird für ein effizientes Employer-Branding ein Vorgehen auf Basis des sogenannten kybernetischen Regelkreises. Dieses aus der Betriebswirtschaft bekannte Verfahren beginnt mit einer IST-Analyse und einer anschließenden Prognose, wohin der Weg des Unternehmens ohne eine Veränderung führen würde.

Zusätzlich werden Ziele formuliert, wie man sich als Arbeitgeber eigentlich darstellen möchte. Dann plant man passende Maßnahmen, setzt sie um und kontrolliert schließlich das Ergebnis der Maßnahmen. Auf der Suche nach Antworten auf die Frage, welche Eigenschaften die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber auszeichnen, helfen Mitarbeiterbefragungen. Die Unternehmensführung, das Betriebsklima und Work-Life-Balance können solche bedeutenden und emotional berührenden Themen sein.

Die Realität muss halten, was die Marke verspricht

Arbeitgebermarken müssen glaubwürdig sein und in der Realität halten, was sie versprechen, schreibt BHR Bauherrenreport. Eine professionell entwickelte Arbeitgebermarke bestehe aus der Philosophie und der Vision des Unternehmens in Verbindung mit der dort zu erlebenden Wirklichkeit. Überzogene Darstellungen sind deshalb im Employer-Branding ebenso tabu wie hohle Floskeln und schwammige Formulierungen.

Employer Branding emotionalisiert die Arbeitgebermarke

Potenzielle Mitarbeiter suchen mittlerweile nicht einfach irgendeinen Job. Sie haben höhere Ansprüche und Erwartungen. Eine durch Employer-Branding emotionalisierte Arbeitgebermarke kann sie erfüllen. Sie präsentiert sich als Unternehmen, das in der Mitarbeiterführung auf der Höhe der Zeit ist, in dem ein Betriebsklima fühlbar wird und in dem Arbeit Spaß macht. Um sich so zu präsentieren, müssen Unternehmer zu Veränderung und Transparenz bereit sein. Das scheint zunehmend der Fall zu sein.