Unfallversicherung der Bauwirtschaft senkt Beiträge

News , 03.06.2019 , Frank Kessler Unfallversicherung der Bauwirtschaft senkt Beiträge
Foto: Roland Riethmüller

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) hat kürzlich die aktuellen Beitragsbescheide versendet. Trotz anhaltend hoher Anzahl von Arbeits- und Wegeunfällen hat dabei die gesetzliche Unfallversicherung in der Bauwirtschaft ihre Beiträge leicht gesenkt. Die BG Bau nutzte den Zeitpunkt auch für Informationen zum Verbleib der von den Mitgliedern eingezahlten Beiträge. So dienen etwa drei Viertel des Geldes für Renten und Rehabilitationsleistungen.
 
Insgesamt lag der Haushalt der BG Bau im Jahr 2018 bei 2,3 Milliarden Euro. Der größte Ausgabenposten entfiel mit ungefähr einer Milliarde Euro auf Rentenzahlungen. Für Rehabilitationsleistungen gab die BG Bau etwa 632 Millionen Euro aus. Beide Posten stehen damit für etwa 71 Prozent aller Aufwendungen, die im vergangenen Jahr mit Beiträgen zur gesetzlichen Unfallversicherung finanziert wurden.

Die Beitragshöhe der Unfallversicherung der Bauwirtschaft wird nachträglich ermittelt

Die BG Bau erhebt die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung nach dem Prinzip der nachträglichen Bedarfsdeckung im Umlageverfahren. Das bedeutet: Die der BG Bau zugehörigen Unternehmen und freiwillig versicherte Personen leisten im jeweils aktuellen Jahr Vorauszahlungen. Nach Ablauf des Jahres wird aus den Ausgaben und Einnahmen der Saldo und der Finanzbedarf ermittelt.

Auf dieser Basis berechnet die BG Bau nachträglich auf der Basis festgelegter Regeln den jeweiligen Beitrag fürs Jahr und verrechnet ihn mit den geleisteten Vorauszahlungen. Zugleich setzt sie die Höhe der kommenden Vorauszahlungen neu fest. Für die Deckung des Finanzbedarfs muss natürlich nicht jedes Mitglied einen gleich hohen Anteil tragen. Zu den Verteilfaktoren, die die Höhe des jeweiligen Anteils bestimmen, gehören die Gefahrklassen in einem Unternehmen, Arbeitsentgelte und der Beitragsfuß.

Die BG Bau präsentiert sich mit ihren Leistungen

Ihre aktuelle Mitteilung zur Höhe der Beiträge nutzte die BG Bau zudem dafür darzustellen, wofür sie die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung nutzt. Laut der Grafik betreut die BG Bau demnach rund 500.000 Betriebe in Deutschland und versichert etwa 2,8 Millionen Menschen aus der Baubranche. Sie investiert in Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und ergreift Maßnahmen, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Falls trotz allem etwas passiert, finanziert die BG Bau die Behandlung des oder der Geschädigten sowie geeignete Rehabilitationsmaßnahmen. Bei besonders schweren Unfallfolgen zahlt sie eine lebenslange Rente.

Gegründet wurde die in Berlin sitzende BG Bau als ein Träger der gesetzlichen Unfallversicherung im Jahr 2005. Sie ging aus dem Zusammenschluss mehrerer regionaler Berufsgenossenschaften des Baubereichs mit einer Berufsgenossenschaft aus dem Tiefbau hervor. Bei ihrem Handeln orientiert sich die BG Bau an den drei Grundsätzen "Alles aus einer Hand", "Prävention vor Entschädigung" und "Reha vor Rente".