Wohngebäude nur mit langsamen Anstieg der Energieeffizienz

News , 06.06.2019 , Frank Kessler Wohngebäude nur mit langsamen Anstieg der Energieeffizienz
Foto: Roland Riethmüller

Schon seit vielen Jahren sollen Wohngebäude energieeffizienter werden. Daher hat das Umweltbundesamt in den letzten 17 Jahren bundesweit Daten betreffend der Energieeffizienz vom Gebäudebestand und den getätigten Sanierungen gesammelt. Diese zeigen deutlich auf, dass die Modernisierungen, die den Energieverbrauch von Wohngebäuden senken sollen, nur schleppend verlaufen und teilweise ganz stagnieren.

Umweltbundesamt-Präsidentin Maria Krautzberger erklärt, warum Altbausanierungen so wichtig sind. Sie unterstützen effektiv den Klimaschutz, weil sie einen geringeren Energieverbrauch der Haushalte ermöglichen. Seit dem Jahr 2012 ist bei dem vorhandenen Gebäudebestand die Energieeffizienz stetig gestiegen. Es ist bei der Auswertung der Daten deutlich erkennbar, dass Mehrfamilienhäuser energieeffizienter sind als Einfamilienhäuser. Die erkennbare Stagnation der notwendigen Modernisierungen der Wohngebäude bezieht sich daher zumeist auf Einfamilienhäuser. Krautzberger fordert daher von Seiten der Politik mehr Anreize für Eigentümer von Einfamilienhäusern. Nur so könnten dringend notwendige Modernisierungen durchgeführt werden, um die Klima- und Energieziele in den Jahren 2030 und 2050 zu erreichen.

Die Klimaziele im Blick haben

Um die erwähnten Klimaziele erreichen zu können, werden verschiedenste Instrumente benötigt. Nicht nur Förderungen und ein angepasstes Ordnungsrecht, sondern auch zahlreiche Informationen. Die meisten Endverbraucher sind sich gar nicht bewusst, wie viel Energie sie zum Heizen, Klimatisieren und Beleuchten verwenden. Sie entsprechen etwa 35 Prozent der gesamten Endenergie und zudem verursachen die Endverbraucher mit dieser Art der Energieverwendung etwa 30 Prozent der Treibhausgase, die in Deutschland ausgestoßen werden. Um diese Werte zu senken und ein zukünftiges Klimaziel erreichen zu können, soll die Energieeffizienz vom Gebäudebestand zwischen den Jahren 2008 und 2020 so gesteigert werden, dass Wohngebäude einen um 20 Prozent verringerten Wärmebedarf haben.

Die CO2-Emissionen sollen weiter sinken

Die Ziele bezüglich der Energieeffizienz vom bestehenden Gebäudebestand sind hoch gesetzt. So sollen bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen um 40 Prozent gesenkt werden, ausgehend von den CO2-Emissionen aus dem Jahr 2014. Eine Klimaneutralität der Wohngebäude soll dann bis zum Jahr 2050 erreicht werden. Mithilfe der möglichen energetischen Sanierungen können Altbauten ähnlich wie Neubauten sparsam beheizt werden. Die Studie vom Umweltbundesamt zeigt auf, wie effektiv die geplanten Sanierungen der Wohngebäude wirklich sind. Es finden sich zudem immer wieder sanierte Altbauten und Neubauten, bei denen der Energieverbrauch unvermindert hoch ist. Um diesen Missstand beseitigen zu können, werden Informationen für die Endverbraucher benötigt, damit diese ihr Nutzerverhalten ändern.

Die energetischen Anforderungen an Sanierungen und Neubauten

Um Neubauten und den bereits bestehenden Gebäudebestand energieeffizienter betreiben zu können, sollte zumindest der KfW-55- Standard, besser noch der KfW-40-Standard angewendet werden. Um die Sozialverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit sicherstellen zu können, werden als zusätzliche Instrumente transparente Heizkostenabrechnungen, individuelle Sanierungsfahrpläne und ein umfangreiches Informationsangebot benötigt. Somit rückt nicht nur das Erreichen der Klimaziele immer näher, sondern auch eine steigende Energieeffizienz bei Besitzern von Wohneigentum und letztendlich eine Senkung der Energiekosten.