Mein Vater ist Chef

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Zum Problem wird es, wenn die Väter mehr mit dem Beruf verheiratet sind und weniger Zeit für die Kinder haben. Sicher ist es nicht einfach, alles unter einen Hut zu bekommen, aber gerade deswegen sollten Väter in höheren Positionen sich für ihre Kinder Zeit nehmen.

Zu einer weiteren Schwierigkeit kann werden, wenn die Väter ihre Kinder überfordern. Häufig werden top Leistungen vom Nachwuchs erwartet, wie sehr gute Schulnoten. Gut ist, wenn man die Erwartungen etwas herunter schraubt und seinen Sohn/seine Tochter kritisch und realistisch einschätzt.

Auf keinen Fall sollten Kinder zum Besuch von Gymnasium oder Studium gezwungen werden, wenn sie dies nicht wollen. Häufig geschieht das, wenn der Vater es selbst nicht hinbekommen hat und sich im Nachwuchs selbst bestätigen will.

Wichtig ist es für die Kinder, dass ihre Väter sie zu verantwortungsvollen Menschen erziehen und ihnen vorleben, das Anpassen nicht unbedingt immer richtig ist, sondern ein „Nein“ an richtiger Stelle und zur richtigen Zeit den Menschen häufig weiterbringt.

Häufig neigen Kinder von Chefs zur Selbstüberschätzung. Sie meinen, der Sohn/die Tochter vom Chef sei automatisch der Juniorchef/die Juniorchefin. Dies lassen die Kids dann auch vor Mitschülern, Gleichaltrigen und anderen „heraus hängen“. Dieser unschöne Charakterzug sollte nicht noch dadurch verstärkt werden, dass man dem Kind jeden Wunsch von den Augen abliest und diesen erfüllt.

In vielen Fällen geschieht dies, um mit teuren Geschenken (luxuriöses Handy, Fernseher, PC, Laptop etc.) das schlechte Gewissen zu beruhigen, weil Vater sich mal wieder nicht um den Nachwuchs kümmern kann. Dies kann dazu führen, dass die Kinder zu Schnöseln und Angebern werden.

Väter haben also auch darauf zu achten, dass die Kinder nicht zu egoistischen oder selbstherrlichen Menschen werden. Die Kinder brauchen das Verständnis ihrer Väter, dass sie trotz des Jobs mit allen ihren Sorgen und Nöten zu ihnen kommen können. Kinder sollen immer ein offenes Ohr finden, egal, wie beschäftigt der Vater sein mag. Und eines müssen sie auch erkennen: Der Vater ist trotz seiner Position auch nur ein Mensch mit Fehlern, Problemen, Sorgen und Ängsten.