Google AdWords und rechtliche Fallstricke

Immer mehr Handwerksbetriebe nutzen die Potentiale, die auch das Internet für Handwerker bietet. Die Kunden sind an die Nutzung des Internets gewöhnt und suchen Dienstleister und Werkunternehmer immer häufiger über gängige Suchmaschinen.

Mit einem Marktanteil innerhalb von Deutschland von über 90 % ist die Suchmaschine Google der wichtigste Onlinemarketingkanal. Ein Absatzmarkt, denn auch Handwerker nicht verpassen sollten.

Über die Hintergründe und rechtlichen Probleme bei der Nutzung von Google, haben wir uns mit Rechtsanwalt Marcus Dury LL.M. unterhalten, der sich als Fachanwalt für IT-Recht in Saarbrücken seit mehreren Jahren mit Fragen des Online-Rechts beschäftigt.

Meistertipp: Was sollten Handwerksbetriebe tun, damit sie neue Kunden online gewinnen können?

DURY: Um bei Google gefunden zu werden, ist es möglich, durch eine so genannte Suchmaschinenoptimierung die eigene Unternehmenswebsite so zu optimieren, dass die eigene Seite bei den relevanten Suchbegriffen, z.B. „Klempner Saarbrücken“, unter den ersten 10 Suchergebnissen der so genannten organischen Suche angezeigt wird.

Eine Suchmaschinenoptimierung wirkt jedoch meist nicht kurzfristig, sondern ist erst langfristig erfolgreich. Da der Zeitaufwand leicht ausufern kann und Spezialwissen gefragt ist, ist es meines Erachtens sinnvoll, eine professionelle Suchmaschinenopitimierung durch eine spezialisierte Agentur zur Hilfe zu ziehen, die das eigene Unternehmen im Bereich des Onlinemarketings unterstützt. Natürlich ist dies aber nicht ohne Kosten zu erreichen.

Eine Alternative bietet die so genannte „bezahlte Suche“ also das Google AdWords-System über das bezahlte Werbeanzeigen innerhalb der Google-Suche angezeigt werden. Durch Google-AdWords werden die obersten drei Positionen der Google-Suchergebnisseite mit Werbeanzeigen gefüllt, am rechten Seitenrand der Google-Suchergebnisseite werden weitere Werbeanzeigen eingeblendet. Die Anzeigen sind mit leicht gelblicher Farbe hinterlegt und als solche für viele Internetnutzer kaum zu erkennen. Als Handwerker kann man also im Rahmen des Google AdWords-Programmes, eigene Suchbegriffe buchen, bei denen dann die eigene Anzeige direkt ganz oben bei Google angezeigt wird.

Für die Werbeanzeigen bei Google muss man dabei nur zahlen, wenn ein Suchender auf die Werbeanzeige klickt und somit die eigenen Internetseite besucht. Das Google AdWords-Programm ermöglicht dabei eine genaue Nachverfolgung der Geschäftsabschlüsse bzw. Kontakte die über die eigene Internetseite nach Klick auf eine Werbeanzeige durchgeführt werden. Hierdurch kann man auch sehr einfach überprüfen, ob die eigenen Investitionen in eine Google AdWords-Kampagne sich überhaupt finanziell lohnen (sog. Return On Investment).

Nachteil bei Google-AdWords ist, dass man konstant Kosten produziert. Wenn das AdWords-Budget ausgeschöpft ist, muss man entweder Geld nachschießen oder der Zufluss an potentiellen Kunden versiegt. Dies ist bei einer Suchmaschinenoptimierung, mit denen man innerhalb der organischen Google-Suchergebnisse gefunden werden möchte, nicht der Fall, so dass man im Rahmen einer Online-Marketing-Strategie nicht allein auf AdWords setzen sollte.

Meistertipp: Worauf muss ich rechtlich achten, wenn ich als Handwerksbetrieb mit Google-AdWords neue Kunden online gewinnen möchte?

DURY: Bei der Nutzung des Google AdWords-Programmes treten aber auch immer wieder rechtliche Konflikte auf, die nicht selten auch vor Gericht landen. So hat sich selbst das höchste deutsche Gericht, der BGH und auch das höchste europäische Gericht, der EUGH in Luxemburg schon mehrfach mit Rechtsstreitigkeiten rund um das Google-AdWords-Programm beschäftigen müssen.

Meistertipp: Welche rechtliche Fehler kann man bei Google-AdWords konkret machen? Ist es z.B. möglich, fremde Marken oder Firmennamen zu verwenden ?

DURY: Hier muss man unterscheiden. Es ist z.B. möglich, fremde Markennamen bzw. die Firmenbezeichnung eines Konkurrenten als Suchwort (sogenannte Keywords) in einer Google AdWords-Kampagne zu hinterlegen, so dass die eigene Werbeanzeige angezeigt wird, wenn ein Suchender nach dem Konkurrenten sucht. Zwar war diese Frage jahrelang umstritten, doch hat der EUGH in der sogenannten Bananabay-Entscheidung entschieden, dass die Nutzung von fremden Marken und Firmenbezeichnungen als Suchbegriff innerhalb einer Google AdWords-Kampagne rechtlich zulässig ist. Der Suchmaschinenkonzern Google hat daraufhin auch seine eigene Markenrechtlinie geändert.

Man sollte hingegen vermeiden, fremde Marken bzw. Firmenbezeichnungen innerhalb des Anzeigentextes zu verwenden. Die Verwendung fremder Marken und Kennzeichen innerhalb des Anzeigentextes selbst wird von der Rechtsprechung sehr kritisch bewertet. Hierbei besteht immer die Gefahr, dass den Internetnutzern suggeriert wird, die Anzeige könne von dem fremden Markeninhaber stammen. Die Richtschnurr muss also sein, dass man es bei der Gestaltung des Anzeigentextes darauf achtet, dass die Internetnutzer keinen falschen Eindruck von dem Urheber der Anzeige bekommen. Ob dies der Fall ist, kann aber letztlich immer nur ein Gericht klären. Die Verwendung fremder Marken und Firmenbezeichnungen in der Anzeige selbst ist also ein Spiel mit dem Feuer. Wir raten daher grundsätzlich davon ab, fremde Marken oder Kennzeichen in der Anzeige zu verwenden.

Meistertipp: Welche rechtlichen Fehler können einem bei der Verwendung von Google-AdWords sonst nochunterlaufen?

DURY: Man sollte alles unterlassen, was man „offline“ auch nicht machen würde. Z.B. sollte man mit vergleichender Werbung sehr zurückhaltend sein und auch keine Mitbewerber herabsetzen. Das wettbewerbsrechtliche Werberecht ist auf Google-AdWords genauso anzuwenden.

Meistertipp: Vielen Dank Herr Dury für das Interview.