Manchmal unvermeidbar - ein Arbeitsunfall!

Trotz vieler Vorkehrungen gelingt es leider nicht immer einen Arbeitsunfall zu vermeiden. Kommt es zu einem Arbeitsunfall, sind die Betroffenen durch ein komplexes Betreuungs- und Entschädigungssystem des zuständigen Unfallversicherungsträgers abgesichert.

Wenn ein Arbeitsunfall zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen führt, muss der Unfall der zuständigen Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse gemeldet werden. Dabei sind sowohl der Arbeitgeber, als auch der behandelnde Arzt in der Pflicht. Der Arbeitgeber erstattet die Unfallanzeige.

Viele Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bieten auf Ihren Internetseiten bereits die Möglichkeit zur Online-Anzeige (z.B. Unfallanzeige BGHM). Der behandelnde Arzt schreibt seinerseits einen Bericht und leitet ihn an den Unfallversicherungsträger weiter. Die gesetzliche Unfallversicherung prüft anschließend in welchem Umfang Versicherungsschutz besteht.

Ausnahme: Schwere Unfälle, d.h. tödliche Unfälle, Massenunfälle oder Unfälle mit schwerwiegenden Gesundheitsschäden sind sofort dem zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden!

In Betrieben bestehen oftmals Unsicherheiten und Unklarheiten darüber, welche Pflichten ein Unternehmer nach einem Arbeitsunfall zu erfüllen hat. Die DGUV Vorschrift 1 beschreibt die Grundsätze der Prävention und alle diesbezüglichen Unternehmerpflichten. Insbesondere im § 24 „Allgemeine Pflichten des Unternehmers“ werden diese näher erläutert.

Zu den Unternehmerpflichten gehören z.B.:

  • Erste Hilfe zu leisten und ärztliche Versorgung zu veranlassen (§ 24 Absatz 2)
  • Bei Bedarf den Transport des Verletzten zu organisieren (§ 24 Absatz 3)
  • Auf Ärztliche Untersuchungen im Rahmen der Möglichkeiten hinzuwirken (§ 24 Absatz 4)

Haben Beschäftigte einen Arbeitsunfall erlitten, können sie Ansprüche auf Heilbehandlung, auf Rehamaßnahmen (Kur, Umschulung, Ausstattung mit technischen Arbeitshilfen) sowie auf finanzielle Leistungen (insbes. Verletztengeld, Übergangsgeld, Renten) geltend machen. In der Regel ersetzt die gesetzliche Unfallversicherung keine Sachwerte. Ausgenommen davon sind Sachschäden, die durch das Leisten von Erster Hilfe entstehen (z.B. zerrissene Kleidung) oder die durch den Arbeitsunfall beschädigten Hilfsmittel (z.B. Brille) aufgetreten sind.

Autorenhinweis

Die Autorin, Frau Anika Klug-Winter (Dipl. Betriebswirtin), ist Beraterin für Organisationsuntersuchungen und betriebliches Gesundheitsmanagement bei der uve GmbH für Managementberatung. Die 1988 gegründete uve GmbH ist bundesweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement, Organisationsentwicklung und Projektsteuerung sowohl für die Handwerksbranche als auch für die Ver- und Entsorgungsbranche.


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