Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG für Handwerksbetriebe ungeeignet

Mit ausschließlich geringen Umsätzen können Handwerksbetriebe als Kleinunternehmer eingestuft werden. Als Kleinunternehmer gelten Betriebe mit einem Vorjahresumsatz von weniger als 17.500 € und deren Umsatzerwartung im laufenden Jahr 50.000 € nicht übersteigt. Beide Voraussetzungen müssen parallel erfüllt sein. Mit Anmeldung der unternehmerischen Tätigkeit ist der zu erwartende Umsatz des Gründungsjahres zu schätzen. Kann man von einem größeren Umsatz als 17.500 € ausgehen, gilt der neue Handwerksbetrieb nicht als Kleinunternehmer.

Als Kleinunternehmer muss der Handwerker auf seine Umsätze keine Umsatzsteuer erheben außer er möchte freiwillig eine Umsatzsteuer erheben. Nur in diesem Fall besteht die Möglichkeit, die eigene Vorsteuer gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen. Ausgesprochen empfehlenswert ist die freiwillige Umsatzsteuerveranlagung, weil nur auf diesem Weg der Vorsteuerabzug gestattet ist.

Für Handwerksbetrieben die unter die Kleinunternehmerregelung fallen gilt: Verzicht auf den Vorsteuerabzug, kein Ausweis der Umsatzsteuer und keine Umsatzsteuer-Identifikationsnnummen auf den Handwerksrechnungen. Sobald die Umsatzgrenzen überschritten werden, muss auf die Umsätze des Handwerksbetriebes die Umsatzsteuer erhoben werden. Möchte der Kleinunternehmer die Umsatzsteuer ausweisen so muss er dies gegenüber dem örtlichen Finanzamt erklären. An diese Mitteilung ist der Handwerkbetrieb jedoch fünf Jahre gebunden.

Ausdrücklich soll an dieser Stelle betont werden, dass die Umsatzgrenze so zu ermitteln ist, als wäre eine fiktive Umsatzsteuer von 19 % oder 7% enthalten. Dies bedeutet, dass die Umsätze des Handwerkers netto € 14.700,00 nicht überschreiten dürfen.

Kennen Sie einen Handwerker der mit einem durchschnittlichen Monatsumsatz von € 1.225,00 auskommt? Noch dazu kann die geleistete Umsatzsteuer der Selbstkosten nicht in Abzug gebracht werden Sicherlich ist die Anwendung des Paragrafen nur im Nebenerwerb sinnvoll. Doch ob diese gesetzliche Regelung das Handwerk fördert, gilt es genau zu hinterfragen.

Eine Nettorechnung als Kleinunternehmer ist grundsätzlich möglich, wenn auf den Ausweis der Mehrwertsteuer verzichtet wird. Und die Rechnungsstellung ohne eine Umsatzsteuer-Identifikationsnnummer erfolgt. Ebenso muss bei der Rechnungsstellung als Kleinunternehmer auf den Hinweis einer möglichen Einkommensteuerminderung für den privaten Bauherren verzichten werden. Insbesondere muss der Kleinunternehmer bedenken, dass er mit Nutzung des § 19 nicht zum Umsatzsteuerausgleich berechtigt ist. Daraus ergibt sich der Schluss, dass auf alle eingesetzten Materialien die volle Mehrwertsteuer bezahlt werden muss. In der Kalkulation sicherlich ein klarer Vorteil für den professionellen Handwerksbetrieb im Vollerwerb.

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