CO2-Senkung bei Beton: Neuer Zement erhält Zulassung

Foto: Shandor_gor / envatoelements

Um den CO2-Ausstoß zu senken, ist die Reduzierung des Klinkeranteils im Zement und folglich auch im Beton das große Ziel der Bauwirtschaft. Ein zukunftsweisender Erfolg ist nun einem Baustoffhersteller und einem Technologieunternehmen gelungen. Gemeinsam haben sie die neue Zementsorte naturecem 65 (PKH) entwickelt, bei der ungebranntes Kalksandsteinmehl als Klinkerersatzstoff verwendet wird. Mit der Erteilung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung kann der Zement ab sofort produziert und in Transportbeton verwendet werden.

Erwiesenermaßen führen die Herstellungsprozesse von Zement zu hohen CO2-Emissionen. Jährlich schätzungsweise acht Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes sind darauf zurückzuführen. Aus diesem Grund wird in vielen Laboren nach innovativen Lösungen zur CO2-Einsparung bei der Produktion von Zement gesucht. Ein Durchbruch ist diesbezüglich dem Erwitter Zementhersteller Spenner und dem Berliner ConTech-Startup alcemy gelungen. Zusammen haben Sie den neuen Portland-Kalkstein-Hüttenzement naturecem 65 (PKH) entwickelt, der nun auch die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erhalten hat. Der neue Zement in der Festigkeitsklasse 32,5 N/R hatte in der Projektierungsphase den Arbeitstitel „CEM X“. Die nachhaltige Innovation setzt mit seiner außergewöhnlichen Zusammensetzung neue Maßstäbe im Bereich vom klinkerarmen Zement. 

Geringerer CO2-Ausstoß bei der Zementproduktion

Bereits seit einigen Jahren setzen sich die beiden Unternehmen für die Reduzierung von CO2 und für die Entwicklung umweltverträglicher Produkte ein. So konnte bereits in der Vergangenheit durch den Einsatz von Klinkerersatzstoffen der CO2-Ausstoß deutlich gesenkt werden. Der Einsatz von Hüttensand, Flugasche und Kalksteinmehl machte dies möglich. Um rund 65 Prozent konnte der CO2-Ausstoß dadurch gesenkt. Doch in Zukunft stehen die Klinkersubstitute Hüttensand und Flugasche kaum, beziehungsweise gar nicht mehr zur Verfügung. Aus diesem Grund musste Ersatz geschaffen werden.

Neuer Zement mit ungebranntem Kalksandsteinmehl

Seit mehreren Jahren suchen die beiden Unternehmen folglich nach einer Lösung, um einen neuen Zement zu entwickeln, der ungebranntes Kalksteinmehl als Klinkerersatzstoff beinhaltet. Der zukunftsweisende naturecem 65 (PKH) ist das Ergebnis dieser Forschung. Er hat jetzt die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) erhalten. Ab sofort kann dieser produziert und im Transportbeton genutzt werden. Damit ist Spenner in ganz Europa der erste Hersteller und Anbieter dieser Zementsorte und setzt damit neue Maßstäbe. „Für uns als alcemy ist die Zulassung des naturecem 65 (PKH) bei unserem Kunden Spenner ein riesengroßer Erfolg und richtig motivierend“, freut sich Leopold Spenner, Gründer und CEO von alcemy. „Wir wurden mit der Vision gegründet, mit unserer prädiktiven Software den Zement- und Betonherstellern dabei zu helfen, mehr CO2-arme Produkte auf den Markt zu bringen.“ Mit dem neuen naturecem 65 (PKH) wurde ein wichtiger Meilenstein zur CO2-Reduzierung gesetzt, der gleichzeitig auch zur Erreichung der Klimaschutzziele beiträgt. „Wir haben die jahrzehntelange Erfahrung mit Portlandkalksteinzementen und Hochofenzementen genutzt, um einen ökologisch wertvollen Multi-Komposit-Zement zu entwickeln, der vorrangig in der Transportbetonindustrie eingesetzt werden kann“, bestätigt Georg Weber, Prokurist und Leiter Vertrieb von Spenner.

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