Das Handwerk hat die Tücken des demografischen Wandels und den damit verbundenen Fachkräftemangel längst erkannt. Mit gezielten Maßnahmen versucht man daher, mit Ausbildung und gezielter Nachwuchsförderung entsprechend gegenzusteuern. So wird das Handeln der Bundesregierung aus Sicht der Bauwirtschaft noch immer als verbesserungswürdig bewertet, denn auch dort müsste schließlich das Ausmaß der Situation längst bekannt sein. Die aktuell geschlossenen Ausbildungsverträge machen einmal mehr deutlich, dass es insgesamt immer noch zu wenig Auszubildende in der Bauwirtschaft gibt.
Im November 2013 fand die von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) organisierte Berufsbildungspolitische Tagung vor gut 150 Ausbildern, Berufsschullehrern und Berufsbildungspolitik-Experten statt. Dabei hat die IG BAU einmal mehr deutlich gemacht, dass sie von der zukünftigen Bundesregierung mehr Engagement bei der Förderung von Schulabgänger erwartet. In Zeiten des Fachkräftemangels kann sich die Branche einfach nicht leisten, junge qualifizierte Fachkräfte zu verlieren. „Es muss auch in der Politik das Ziel sein, jeden zu qualifizieren. Die IG BAU ist bereit, ihren Beitrag zu leisten. Es ist jetzt an der Zeit, dass sich auch Staat und Arbeitgeber zu einer Stärkung der dualen Betriebsausbildung bekennen“, sagte Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfer.
Auch die aktuellen Zahlen der Ausbildungsstatistik der Sozialkassen des Baugewerbes des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. zeigen die unzureichende Entwicklung in der Bauwirtschaft. Zwar ist man gesamtheitlich mit der Lage der aktuell geschlossenen Ausbildungsverträge zufrieden, gibt aber auch an, dass noch Luft nach oben vorhanden sei. So sind bis Ende September 2013 gut 9.000 neue Ausbildungsverträge geschlossen worden. Es sind gleichzeitig aber auch 220 Neuverträge weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit herrscht der niedrigste Septemberwert seit nunmehr zehn Jahren vor. Dabei sei allerdings zu beachten, dass die Bauwirtschaft mit diesen Ergebnissen noch eine gute Figur im Vergleich zu anderen Branchen macht.
Dass die Bauwirtschaft damit verhältnismäßig gut aufgestellt ist, hat sie aber vor allem der eigenen Motivation zu verdanken. Letztlich trägt eine Vielzahl von selbst initiierten Maßnahmen zu dieser Entwicklung bei. Ein Beispiel dafür ist das Pilotprojekt „Berufsstart Bau“, an dem sich 29 Ausbildungszentren der Bauwirtschaft beteiligen. Dabei sollen vor allem junge Menschen angesprochen werden, die bisher nicht direkt in eine Ausbildung gefunden haben, jedoch auf die betriebliche Ausbildung vorbereitet werden.
Aber auch die weiterhin hohe Bereitschaft der Betriebe in der Bauwirtschaft, Ausbildungsplätze anzubieten, trägt maßgeblich dazu bei, dass es viele Ausbildungsplätze gibt. Denn am Ende ist es der qualifizierte Nachwuchs, der ein Unternehmen langfristig erfolgreich macht und in diesen gilt es entsprechend zu investieren.

















