Der Trend zur Badsanierung gewinnt im Wohnungsbestand deutlich an Fahrt. Immer mehr Eigentümer lassen ungenutzte Badewannen entfernen und setzen auf moderne, platzsparende Duschen. Für Bauunternehmen, SHK-Betriebe und Ausbauhandwerker eröffnet sich dadurch ein wachsender Modernisierungsmarkt mit großem Auftragspotenzial. Steigende Energie- und Wasserkosten sowie der Wunsch nach Komfort und Barrierefreiheit treiben die Nachfrage zusätzlich an. Das macht das Badezimmer zunehmend zu einem zentralen Sanierungsfeld.
Millionen ungenutzte Badewannen in deutschen Haushalten könnten sich zu einem unerwarteten Wachstumstreiber für das Bau- und Ausbauhandwerk entwickeln. Aktuelle Marktdaten zeigen einen deutlichen Wandel im Nutzungsverhalten privater Badezimmer: Die klassische Badewanne verliert zunehmend an Bedeutung, während moderne Duschlösungen und barrierearme Umbauten an Nachfrage gewinnen. Für Sanitärbetriebe, Bauunternehmen und Modernisierungsspezialisten entsteht damit ein erhebliches Renovierungspotenzial im Bestand. Grundlage der Entwicklung ist eine aktuelle Auswertung der Handwerkerplattform MyHammer. Demnach besitzen rund 23 Prozent der Deutschen eine Badewanne, die seit mindestens einem Jahr nicht genutzt wurde. Gleichzeitig wächst die Unzufriedenheit mit bestehenden Badezimmern. Etwa 30 Prozent der Befragten wünschen sich laut Umfrage eine Modernisierung. Das ist ein Signal, das insbesondere für SHK-Betriebe, Fliesenleger sowie Ausbaugewerke wirtschaftlich relevant ist. Steigende Wasser- und Energiekosten verstärken zusätzlich den Trend hin zu platzsparenden und ressourcenschonenden Duschlösungen. Damit verschiebt sich der Markt zunehmend vom Neubau in die Bestandsoptimierung.
Badewanne bietet Umbaupotenzial für SHK-Handwerk
Der Rückbau ungenutzter Badewannen eröffnet vielfältige Auftragschancen, vom altersgerechten Badumbau bis zur hochwertigen Komfortsanierung. Besonders gefragt sind bodengleiche Duschen, die sowohl gestalterische als auch funktionale Vorteile bieten. Branchenexperten warnen jedoch vor vermeintlich einfachen Lösungen ohne fachliche Planung. „Die Entwässerung spielt eine zentrale Rolle, wenn eine Badewanne durch eine Dusche ersetzt werden soll, insbesondere bei einer bodengleichen Variante“, betont MyHammer-Sanierungsexperte Matthias Schellenbach. „Das Abflussrohr verläuft unter dem Boden im Bereich der Balkenlage und muss den baurechtlichen Vorgaben entsprechen.“ Gerade im Gebäudebestand entscheidet die vorhandene Konstruktion häufig über Aufwand, Kosten und technische Machbarkeit.
Technische Anforderungen werden oft unterschätzt
Neben der Entwässerung stellen auch Wasserleitungen und Untergrundbeschaffenheit hohe Anforderungen an die Ausführung. „Wichtig ist außerdem, dass der Boden für eine Duschwanne absolut eben ist“, erklärt Schellenbach. „Eine Badewanne lässt sich über verstellbare Füße ausrichten. Bei einer Dusche ist das nicht möglich.“ Fehler in diesem Bereich führen nicht selten zu Folgeschäden durch Undichtigkeiten oder mangelhafte Abdichtung. Das ist ein Risiko, das Fachbetriebe zunehmend in der Beratung berücksichtigen müssen. Gleichzeitig mahnt der Experte zur strategischen Abwägung beim vollständigen Verzicht auf eine Wanne. „Ist es die einzige Badewanne im Haus oder in der Wohnung, kann sich das später beim Verkauf bemerkbar machen.“ Besonders Familien gelten weiterhin als wichtige Käufergruppe mit klaren Ausstattungsanforderungen.
Badsanierung wird zum Wachstumsmarkt
Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe entsteht daraus ein klarer Trend: Badezimmer entwickeln sich zum zentralen Modernisierungsfeld im Wohnungsbestand. Zwischen Energieeffizienz, Komfortanspruch und demografischem Wandel wächst der Bedarf an durchdachten Umbaukonzepten. Die sinkende Nutzung klassischer Badewannen markiert somit weniger das Ende eines Sanitärprodukts, sondern den Beginn eines neuen Sanierungsmarktes mit dauerhaft hoher Nachfrage.

















