Nach Jahren des Rückgangs hat der Wohnungsbau 2010 die Talsohle durchschritten und befindet sich wieder im Aufschwung. Auch der Nicht-Wohnungsbau, also Investitionen von Industrie, Handel und Dienstleistungen sowie von öffentlichen Auftraggebern, hat zwar das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht, wird sich aber laut Auftragseingängen und Fertigstellungen in diesem Jahr noch deutlich verbessern.
Dies ist das Ergebnis der aktuellen Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie (BDZ), der neben der Einsatzanalyse des Baustoffs auch die Absatzmärkte quantifiziert. Insgesamt wurden 2010 in Deutschland 24,6 Millionen Tonnen Zement verarbeitet. Den größten Anteil in Höhe von 9,3 Millionen Tonnen entfällt auf den Tiefbau mit 37,8 Prozent. Damit übersteigt der Wert erstmals seit fünf Jahren das geringfügig kleinere Marktsegment den Nichtwohnungsbaus mit 37,1 Prozent und 9,1 Millionen Tonnen Zement. Noch im vorletzten Jahr lag der Wert im Tiefbau um ein knappes Prozent über dem des Nichtwohnungsbaus. Der Anteil des Wohnungsbaus ist nach dem Tiefpunkt 2009 mit 22,5% am gesamten Zementverbrauch im vergangenen Jahr 2010 erstmals mit 25,1% (6,2 Millionen Tonnen Zement) fast wieder auf den Vorkrisenwert von 2007 in Höhe von 25,4% angewachsen. Die gestiegene Bedeutung des Wohnungsbaus sorgte demnach auch für eine leichte Verschiebung des Verhältnisses von Hochbau zu Tiefbau mit 62,2 Prozent zu 37,8 Prozent.
Hinsichtlich der Zementverwendung entfallen mit 13,7 Millionen Tonnen Zement 55,8 Prozent auf die Herstellung von Ortbeton. Dieser untergliedert sich mit 12,4 Tonnen für Transportbeton und 1,3 Millionen Tonnen für Baustellenbeton. Weitere 30,9 Prozent wurden für die Produktion von Betonfertigteilen und Betonwaren eingesetzt und 5,9 Prozent entfallen auf die Fabrikation von Putz, Mörtel, Estrich und bauchemischen Produkten. Die restlichen 8,0 Prozent wurden für diverse Einsatzzwecke wie Spritzbeton, Bodenverfestigungen und im Heimwerkerbedarf verwendet.

















