Brücken brauchen mehr Investitionen

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Foto: 1A-Phoenix / pixelio.de

Die öffentlichen Gelder werden immer stärker zusammengehalten und Investitionen vielerorts vermieden. Dieses Vorgehen ist einerseits nachvollziehbar, weil vor allem die weltweite Finanzkrise seine Spuren hinterlassen hat. Dennoch muss darauf geachtet werden, dass die Infrastruktur in Deutschland nicht auf der Strecke bleibt. Genau das passiert derzeit aber gerade bei den Brücken, die alles andere als in einem befriedigenden Zustand sind. Hier gilt es anzusetzen und Wege zu finden, die den Standort Deutschland am Ende nicht gefährden.

Wer auf den Straßen Deutschlands unterwegs ist, stellt immer wieder fest, in welch schlechtem Zustand die Straßen sind. Insbesondere bei Brücken ist die Situation alarmierend. Immerhin müssten Studien zufolge bis zum Jahr 2030 10.000 kommunale Straßenbrücken ersetzt werden. Diese Zahl entspricht übrigens gut 15 Prozent der gesamten 66.700 kommunalen Brücken des kompletten Bundesgebiets. Das allein wäre schon schlimm genug, doch immer noch jede zweite Brücke weist eine derart schlechte Beschaffenheit auf, dass sie im Grunde saniert werden müsste.

Diese durchaus erschreckenden Zahlen stammen aus der Studie „Ersatzneubau Kommunale Straßenbaubrücken“ des Instituts für Urbanistik (Difu), welche im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden (BBS) und der Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl) durchgeführt wurde. Damit wird einmal mehr unterstrichen, dass endlich ein Umdenken stattfinden muss, um sowohl die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu garantieren, wie auch den Standort Deutschland zu sichern.

Die Studie legt offen, dass schon für den Ersatzneubau ein Investitionsvolumen von gut 630 Millionen Euro im Jahr nötig werde. Dies entspricht etwa elf Milliarden Euro bis zum Jahr 2030. Berücksichtigt man nun den Teil-Ersatzneubau, also die Sanierung, würden weitere 930 Millionen Euro jährlich dazukommen. Dies sind bis zum Jahr 2030 ganze 16 Milliarden Euro.

Dass diese Summen nicht allein zu bewältigen sind, ist nachvollziehbar. Aus diesem Grund fordern die Verbände sowohl den Bund, wie auch die Länder und Gemeinden auf, diese Investitionen gemeinschaftlich zur Verfügung zu stellen. Man muss sich endlich über die Notwendigkeit solcher Investitionen klar werden, damit die Schuldenbremse der Länder am Ende nicht den Standortfaktor Deutschland gefährdet.

Für die Verbände steht fest, dass ein Vorankommen zur Sanierung der Brücken nur durch Zusammenarbeit möglich ist, beispielsweise durch öffentlich-private Partnerschaften. Die Kommunen dürfen mit diesen immensen Kosten nicht allein gelassen werden.

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