Equal Pay Day: Studie zeigt neue Gehaltsunterschiede am Bau

Foto: mstandret / envatoelements

Zum sogenannten Equal Pay Day macht eine aktuelle Studie deutlich: Frauen und Männer verdienen zwar in der Bauwirtschaft im Durchschnitt gleich viel, doch je nach Berufsgruppe bestehen teils erhebliche Unterschiede. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe wird damit klar, dass transparente Karrierewege, gute Führung und klare Entwicklungschancen zunehmend entscheidend sind, um Fachkräfte zu gewinnen, zu halten und sich im Wettbewerb um qualifiziertes Personal erfolgreich zu positionieren.

Zum Tag der Entgeltgleichheit (Equal Pay Day) am 27. Februar rückt eine aktuelle Sonderauswertung der Personalberatung Cobalt die Einkommenssituation in der Immobilien- und Baubranche in den Fokus. Während auf den ersten Blick zwischen Frauen und Männern in der Bauwirtschaft kein durchschnittlicher Gehaltsunterschied erkennbar ist, zeigen detaillierte Analysen deutliche Abweichungen zwischen einzelnen Berufsgruppen. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe wird damit deutlich, dass Fragen von Vergütung, Karrierechancen und Mitarbeiterbindung weiterhin strategische Bedeutung besitzen, gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels. So basiert die Untersuchung auf der Markt- und Karrieretrendanalyse 2025 und zeigt, dass nicht allein das Einkommen über Zufriedenheit und Perspektiven entscheidet. Vielmehr spielen transparente Karrierewege, Führungsqualität und Entwicklungsmöglichkeiten eine zentrale Rolle. Wie stark strukturelle Faktoren wirken, unterstreicht Cobalt-Geschäftsführerin Nicole Schwan: „Unsere Auswertung macht deutlich: Equal Pay ist kein pauschales Gehaltsthema“. Gerade in der Bauwirtschaft mit ihren vielfältigen technischen und organisatorischen Aufgabenfeldern fallen Unterschiede je nach Tätigkeitsprofil besonders ins Gewicht.

Berufsgruppen im Bau unterschiedlich betroffen

Erstaunlicherweise ist das Gender Pay Gap, also der Einkommensunterschied zwischen weiblichen und männlichen Arbeitskräften, im Allgemeinen in der Bauwirtschaft sehr gering. Frauen und Männer erzielen demnach im Durchschnitt jeweils rund 80.000 Euro Jahresgehalt. Dieses aggregierte Ergebnis verdeckt jedoch Unterschiede innerhalb einzelner Funktionsbereiche. In technischen und projektsteuernden Rollen oder in Architektur- und Planungsfunktionen verdienen Männer häufig mehr, während Frauen insbesondere in stark technisch geprägten Segmenten wie der Technischen Gebäudeausrüstung teils höhere Durchschnittsgehälter erreichen. Dabei ist hauptsächlich die hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften der Grund dafür, weshalb Unternehmen gezielt weibliche Spezialisten gewinnen und halten wollen.

Die Studie zeigt zudem, dass Frauen ihre Karrierechancen im Bauwesen häufig kritischer bewerten als ihre männlichen Kollegen. Dabei spielen nicht primär Fragen der Bezahlung eine Rolle, sondern Anerkennung, Kommunikation und Führungsqualität. „Das Bauwesen zeigt sehr deutlich: Gleichheit im Durchschnitt ersetzt keine strukturelle Analyse“, erklärt Schwan.

Führung und Karriere als strategischer Wettbewerbsfaktor

Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe bedeutet dies, dass moderne Personalstrategien zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Transparente Aufstiegsmöglichkeiten, nachvollziehbare Funktionsbewertungen und klare Verantwortungsstrukturen können helfen, Fachkräfte langfristig im Unternehmen zu halten. Zudem zeigt die Untersuchung, dass Frauen insgesamt nicht wechselwilliger sind als Männer, jedoch Entwicklungsperspektiven kritischer einschätzen. Unternehmen, die Führung, Kommunikation und Anerkennung gezielt stärken, verbessern nicht nur die Arbeitszufriedenheit, sondern sichern sich auch Vorteile im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Daher machen die Erkenntnisse aus dem Bauwesen deutlich: Faire Strukturen und nachvollziehbare Karrierepfade werden zunehmend zu einem Erfolgsfaktor für die gesamte Bauwirtschaft. Das reicht vom mittelständischen Bauunternehmen bis zum spezialisierten Handwerksbetrieb.

Ist faire Bezahlung in der Bauwirtschaft bereits Realität?

Kommentare

0 0 Bewertungen
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtigen bei
1 Kommentar
Älteste
Neueste Meistbewertet

Wie errechnet sich das Durchschnittseinkommen vom 80.000.-€ ???
Wäre ein durchschnittlicher Stundenlohn von 40€ …
Wenn dem so wäre hätte die Bauwirtschaft sicherlich kein Fachkräftemangel

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse Übersicht 2026

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2026 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.