Mehr Rost bei Stahlbeton – Klimawandel gefährdet Betonbau

Mehr Rost bei Stahlbeton - Klimawandel gefährdet Betonbau
Foto: Roland Riethmüller

Der Klimawandel wird zu deutlich erhöhten Korrosionsraten im Betonbau führen. Das ergab eine aktuelle Untersuchung über die zunehmende Rostbildung bei der Betonbewehrung von Betonbauten. So sei davon auszugehen, dass die Beständigkeit von Stahlbeton durch Umwelteinflüsse nachteilig beeinflusst werde. Schuld daran seien die Schwankungen der Luftfeuchtigkeit und der höhere Temperaturunterschiede sowie die Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration (CO2).

Durch den allgemeinen Anstieg der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur erhöht sich die Infiltrationsrate dieser Substanzen. Das führt zu einer Korrosion des Bewehrungsstahls. Durch die Karbonatisierung wird auf lange Sicht der pH-Wert des Betons bis unter die Passivierungsschwelle von Stahl gesenkt. Dadurch entsteht Bewehrungskorrision. Beschleunigt wird dieser Prozess auch von Temperaturschwankungen durch die globale Erwärmung und durch veränderte Luftfeuchtigkeitszyklen. Die Bewehrungskorrision entsteht so häufiger und früher. Außerdem erfasst sie auch tiefer liegende Bereiche der Bewehrung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Joint Research Centers (JRC) der Europäischen Union.

Hohes Risiko bei Stahlbeton durch Chlorid-Einwirkung

Betonkonstruktionen, die Meerwasser, Tausalzen oder salzhaltiger Meeresluft ausgesetzt sind, haben ein höheres Risiko für die Bewehrungskorrision durch die Einwirkung von Chlorid. Das Ausmaß ist abhängig von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur. Die Baubranche hat zur Erreichung der Klimaziele eine große strategische Bedeutung. In Europa ist sie der größte industrielle Arbeitgeber und für über 35 Prozent der Abfallerzeugung verantwortlich. Rund 80 Prozent dieser Emissionen könnten durch eine höhere Materialeffizienz eingespart werden. Ein essentielles Ziel des Europäischen Green Deals ist die Schaffung von nachhaltigen Gebäuden und einer nachhaltigen Infrastruktur. Zukünftige Infrastrukturen müssten klima-resilienter werden, um so die den erhöhten Belastungen standhalten zu können. Damit das umgesetzt werden kann, müssen die Bauweisen entsprechend angepasst werden, damit sie zukünftigen Belastungen standhalten können.

JRC-Studie empfiehlt feuerverzinkte Bewehrung als klima-resiliente Lösung

Die Eurocodes als zentrale europäische Normen für den Bausektor bezüglich klimabedingter Belastungen und klima-resilienter Bauweisen müssen überarbeitet werden. Um die Korrosionsraten im Stahlbeton vom Betonbau zu verringern, muss feuerverzinkter Betonstahl zum Einsatz kommen. Nur so könne die Klima-Resilienz von Stahlbetonbauten erhöht werden. Die Dauerhaftigkeit von chloridbelastetem und karbonatisiertem Beton kann durch den Einsatz feuerverzinktem Betonstahl deutlich verbessert werden. Aufgrund seiner positiven Eigenschaften sieht bereits jetzt die Bauaufsichtliche Zulassung für feuerverzinkte Baustähle in den Expositionsklassen XC1 bis XC4 sogar die Möglichkeit einer Reduzierung der Betondeckung vor.

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