Neue Eissporthalle setzt ein Zeichen für Bremerhaven

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Köster GmbH / Rund 100 Bauspezialisten der Köster GmbH arbeiten mit Hochdruck an der Fertigstellung der neuen Eissporthalle

Neue Eiszeit für die Pinguine: Der Eishockey-Zweitligist aus Bremerhaven bekommt eine moderne Eissporthalle mit Platz für 4.500 Zuschauer. Nach der Grundsteinlegung im Frühjahr 2010 findet die Einweihung bereits in diesem Jahr statt. Ein sportlicher Terminplan für den Bremer Geschäftsbereich der Köster GmbH: Er realisiert das neue Eisstadion für die Stadthalle Bremerhaven Veranstaltungs- und Messe mbH schlüsselfertig mit optimalen Klimabedingungen.

Zehn Jahre lang ist über den Neubau einer Eissporthalle in Bremerhaven diskutiert worden. „Jetzt gibt es endlich kein Zurück mehr.“ Bei Kerstin Rogge-Mönchmeyer, Geschäftsführerin der Stadthalle Bremerhaven Veranstaltungs- und Messe mbH, ist die Freude groß, denn mit dem Bau des neuen Eisstadions bewegt sich etwas in Bremerhaven – nicht nur für den Zweitligisten Fishtown Pinguins. Das moderne Stadion soll ein kraftvolles Zeichen setzen für Eishockey aus Bremerhaven – und es soll als Kulisse dienen für Messen, Konzerte und weitere Veranstaltungen, um nachhaltig wirtschaftlich betrieben werden zu können. In einem Vergabeverfahren setzte sich die Köster GmbH als Generalunternehmen durch. Sie senkte die Kosten durch Sondervorschläge deutlich und errichtet nun das moderne Eisstadion für 4.500 Zuschauer schlüsselfertig. Im Auftrag enthalten ist auch die komplette Ausführungsplanung.

Die Stadtväter sahen die Auftragvergabe an die Osnabrücker Bauspezialisten als gutes Omen an. Denn die Köster GmbH bringt langjährige Erfahrung im Bau von modernen Sportstätten mit und errichtete beispielsweise die Eissporthallen der Hamburg Freezers und der Hannover Scorpions – beides Eishockey-Bundesligisten. Auch für Fußballer und ihre Fans baute das Unternehmen schon: In die Top Ten der europäischen Stadien kürte die englische Zeitschrift Times in diesem Jahr das Signal Iduna Stadion in Dortmund – hier gefiel der Jury vor allem die von der Köster GmbH errichtete Südtribüne. Erst im vergangenen Jahr schlossen die Bauspezialisten die Modernisierung und Erweiterung der BayArena in Leverkusen ab, die heute als Stadion mit Modellcharakter gilt. In Bremerhaven sprach für die Köster GmbH zudem die örtliche Nähe, denn sie ist mit einem eigenen Geschäftsbereich in Bremen vertreten. Bauherren profitieren von der breiten Produktpalette, Full-Service, kurzen Wegen und vom gebündelten Know-how der Experten aus 14 verschiedenen Fachbereichen.

Besondere Herausforderung in Bremerhaven war das begrenzte Budget des Bauherrn: Erst mit Sondervorschlägen und Modifizierungen des ursprünglichen Entwurfs des Architektenbüros konnte die Köster GmbH die Baukosten deutlich senken und damit die Grundvoraussetzung für die Realisierung des Eisstadions schaffen. Dies gelang, ohne die Funktionalität des Stadions einzuschränken. Zwar fällt das Gebäude insgesamt etwas kleiner aus, erfüllt aber dennoch die Anforderungen der Deutschen Eishockeyliga (DEL) für die 1. Liga. Außerdem entfiel in der Planungsphase das Vordach, Fertigteile wurden integriert und die Treppenhäuser durch die Verkleinerung automatisch in den Außenbereich verlegt. Das ursprünglich geplante Eisschollenprinzip gibt es aus Kostengründen nicht mehr. Hierbei sollte das gesamte Gebäude in drei horizontale, wie Eisschollen aufeinanderliegenden Schichten gegliedert werden, um das Stadion schon optisch je nach Funktionsweise zu unterteilen. Außerdem ist das Flachdach einem Bogenbinderdach gewichen. „Die Kräfteverteilung eines solchen Daches ist optimal. Ein einziger Leimbinder ersetzt einen Fachwerkträger“, beschreibt Jörn Rogge, Projektleiter der Köster GmbH, einen der zahlreichen Sondervorschläge. Trotz der notwendigen Einsparungen ist das Eisstadion so konzipiert, dass es nach der Fertigstellung die unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer erfüllt. So wird das Stadion im Ostbereich der Tribüne mit einer repräsentativen VIP-Lounge für 168 Gäste ausgestattet, und der Medienbereich mit den notwendigen Kamerapodesten ist auf der Westseite vorgesehen. Außerdem bietet die Anordnung aller Zuschauerplätze in Form einer umlaufenden Arena eine maximale Erlebnisqualität für den Besucher und trägt gleichzeitig zu einer stimmungsvollen Atmosphäre auch bei einer nicht voll besetzten Halle bei.

Hoch ist der Anspruch an die verwendeten Baumaterialien, denn das Eisstadion entsteht in unmittelbarer Küstennähe. „Die salzhaltige Luft belastet Baustoffe wie Stahl und Beton. Beides wird stärker belastet als bei Gebäuden im Binnenland“, so Jörn Rogge. „Wir verwenden deshalb qualitativ höherwertige Materialien, damit die Fassaden deutlich widerstandsfähiger sind.“ Auch die Bodenverhältnisse erforderten spezielle Baumaßnahmen: So schloss der Tiefbau der Köster GmbH bereits Anfang Januar 2010 mit einer aufwendigen Pfahlgründung ab. Insgesamt 380 Fertigbetonpfähle rammten die Bauspezialisten in den Boden, um die Lasten des Gebäudes gleichmäßig aufzunehmen. „Das war notwendig, weil das Erdreich extrem setzungsgefährdet war“, erklärt Holger Kremer, zuständiger Bauleiter Tiefbau. In dessen Aufgabenbereich fiel es auch, die außerhalb des Gebäudes verlaufenden Leitungen in der Betonsohle zu verankern. „Auch dieses Verfahren war wegen der schwierigen Bodenverhältnisse erforderlich“, so Holger Kremer weiter.

Anspruchsvoll fällt zudem die Technik für Eisbahn und Hallenlüftung aus: „Die klimatischen Verhältnisse müssen immer optimal sein – auch wenn 2.000 Zuschauer gleichzeitig die teilweise verglaste Halle betreten und mit ihnen warme, feuchte Luft hereinströmt“, erklärt Jörn Rogge. Für die Eisfläche realisiert die Köster GmbH ein spezielles Kühlsystem, für das im Nordwest-Bereich strategisch günstig – angrenzend an Technikräume und Anlieferzufahrt – eine Eismaschine aufgestellt wird. Jörn Rogge: „Das eigentliche Kühlsystem funktioniert wie eine Fußbodenheizung, nur im Umkehrprinzip.“ So wird im Boden der späteren Eisfläche ein Rohrsystem installiert, durch das Kühlmittel fließt. Wasser, das auf die Fläche geleitet wird, gefriert dann zu einer nur wenige Zentimeter dicken Eisfläche. Die Spielfeldmarkierungen werden schon vorher von der Köster GmbH aufgebracht.

Trotz der aufwendigen Technik ist Jörn Rogge sicher, den Zeitrahmen einhalten zu können: „Wir profitieren von unserer langjährigen Erfahrung im Sportstättenbau. Und wir arbeiten mit eigens bei der Köster GmbH entwickelten, IT-gestützten Projektsteuerungsinstrumenten.“ Sie garantieren für einen reibungslosen Ablauf, sodass die Köster GmbH auch bei dieser sportlichen Bauzeit flexibel die Wünsche des Bauherrn umsetzen kann. Dazu Jörn Rogge: „Hier entsteht in einem Jahr ein besonderes Gebäude mit besonderen technischen Anforderungen.“

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