Neuer Gefahrtarif Bauwirtschaft mit eigener Tarifstelle Zimmerer

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Foto: Dieter Schnöpf / bpr

Das aktuelle Unfallgeschehen erforderte die Einrichtung von einem neuen Gefahrtarif für die Bauwirtschaft. Dieser ist zum Jahresbeginn als dritter Gefahrtarif der Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft (BG Bau) in Kraft getreten. Entsprechend der aktuellen Unfallzahlen verteilen sich die Beiträge der gesetzlichen Unfallversicherung neu. Wesentliche Änderungen gibt es vor allem für Zimmerer, für die erstmals auch eine eigene Tarifstelle gebildet wurde.

„Angesichts der Tatsache, dass die Unfallbelastung im Zimmererhandwerk unvermindert hoch ist, musste eine eigene Tarifstelle für Zimmererarbeiten gebildet werden“, erklärt BG Bau-Hauptgeschäftsführer Klaus-Richard Bergmann. Denn die gesetzliche Unfallversicherung mit dem speziellen Gefahrtarif ist ein Teil der umlagefinanzierten gesetzlichen Unfallversicherung. Die Ausgaben der BG Bau werden dabei voll von der Höhe der festgelegten Beiträge gedeckt. Die Festlegung der Beiträge erfolgt immer für ein Kalenderjahr anhand des abgelaufenen Kalenderjahres. Im Gefahrtarif gelten die abgestuften Gefahrenklassen der verschiedenen Gewerbezweige mit ähnlichem Unfallrisiko zur Festlegung der jährlichen Beiträge. Die Gefahrenklassen selbst werden aus dem Verhältnis der von der BG Bau im vergangenen Jahr gezahlten Leistungen im Verhältnis zu den Arbeitsentgelten des jeweiligen Gewerbezweiges ermittelt. So konnte durch die Einrichtung der neuen Tarifstelle die Gefahrklasse für andere Gewerke in der Tarifstelle “Bauwerksbau” reduziert werden.

In Schnitt erleidet jeder achte Zimmerer einen Arbeitsunfall

Im Jahr 2016 lag die durchschnittliche Unfallquote in der Bauwirtschaft sowie in baunahen Dienstleistungen bei 55,29 Fällen pro 1.000 Beschäftigte. Im Gegensatz dazu weist das Zimmererhandwerk eine Quote von über 100 Fälle pro 1.000 Beschäftigte auf. Also erleidet im Jahresdurchschnitt jeder achte Beschäftigte im Zimmererhandwerk einen Arbeitsunfall. Neben dem persönlichen Leid für Betroffene und Angehörige entstehen der Berufsgenossenschaft auch hohe Kosten durch Heilbehandlungen, Rehabilitation und Rentenzahlungen.

Arbeitsschutz und sichere Bauprozesse vermeiden Arbeitsunfälle

„Angesichts der Entwicklungen sind Unternehmen im Zimmererhandwerk besonders gefordert, die Arbeitsplätze sicherer zu gestalten und mehr in den Arbeitsschutz zu investieren”, fordert Bergmann und verweist auf die Hilfe der Fachleute der BG Bau. Zusätzlich arbeiten Verbände, Innungen, Sozialpartner und Experten der BG Bau daran, Lösungen für sichere Bauprozesse im Zimmererhandwerk zu entwickeln. Tagesseminare mit den Themen Arbeitsschutz für Zimmerer und unfallvermeidendes Verhalten am Bau werden von Holzbau Deutschland im Zentralverband des deutschen Baugewerbes (ZDB) unterstützend angeboten.

Außerdem ermöglichen Arbeitsschutzprämien der BG Bau, gezielt einzuwirken und somit finanzielle Einsparungen zu ermöglichen. In den Unternehmen werden bestimmte Maßnahmen des Arbeitsschutzes speziell gefördert. Ein Beispiel sind Schutzmaßnahmen gegen den Absturz und handgeführte Sägen.

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