Zement und Edelmetalle aus Müllverbrennungsasche

Foto: photovs / envatoelements

Ein neues Verfahren zur Verarbeitung von Müllverbrennungsasche könnte bisherige Abfallrückstände vollständig in den Wertstoffkreislauf zurückführen. Das Projekt „EMSARZEM“ zeigt, dass aus scheinbar wertlosem Abfall wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Silber und sogar Gold gewonnen werden können. Doch diese Innovation bietet nicht nur ökonomische Vorteile, sondern schont auch wertvolle Ressourcen. Denn der mineralische Rest kann aufbereitet zur Produktion von Zement und Beton verwendet werden.

Rund 25 Millionen Tonnen Abfall wurden in Jahr 2022 in Verbrennungsanlagen thermisch verwertet. Der Kupferanteil der zurückbleibenden Asche liegt häufig bei 0,3 bis 0,5 Prozent.  Experten halten den Abbau von Kupfererz bereits ab einem minimalen Gehalt von 0,3 Prozent für wirtschaftlich. So wurde mithilfe der klassischen Verwertungsverfahren wie Sieben, Magnet- und Wirbelstromabscheidern aus den Resten im Jahr 2022 rund 600.000 Tonnen Metalle gewonnen. Die restliche Müllverbrennungsasche (MV-Asche) wird für Basisabdichtungen auf den Deponien und für weitere Baumaßnahmen verwendet. „Theoretisch kann die MV-Asche im Straßen- und Erdbau als Ersatzbaustoff eingesetzt werden, was aber 2020 nur zu zirka 17 Prozent geschehen ist. Der größte Teil endet noch immer im Deponiebau“, erklärt Rüdiger Deike von der Universität Duisburg-Essen (UDE). 

Neues Verfahren zur Verarbeitung von Müllverbrennungsasche

Unter der Leitung des GKS-Gemeinschaftskraftwerks Schweinfurt haben die insgesamt neun Partner des Projekts „Einsatz von Müllverbrennungsschlacke als Rohstoff für die Zementherstellung (EMSARZEM)“ ein neues Verfahren entwickelt, in dem die Müllverbrennungsasche als Rohstoff für Zement genutzt werden kann. Die Asche wird in unterschiedlichen Stufen gemahlen und extrahiert. Die Metalle werden dabei vom mineralischen Anteil getrennt und wieder für die Metallproduktion eingesetzt. Der große Rest kann dann nach Säuberung für die Produktion von Zement und Beton verwendet werden.

Kupfer, Silber und Gold aus zunächst wertlosem Abfall

Der Praxistest des neuen Verfahrens ist im Juli des vergangenen Jahres erfolgreich verlaufen. Neben der sinnvollen Verwertung des mineralischen Anteils für die Zementproduktion entstehen theoretisch durch die Verarbeitung pro Jahr 8.000 Tonnen eines speziellen Kupferkonzentrats. Darin wären zirka 2.800 Tonnen Kupfer, 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold enthalten. Wirtschaftlich wäre die Gewinnung allerdings nur dann, wenn eine Verwertung des mineralischen Anteils gewährleistet ist. Denn die Arbeitsgruppe konzentriert sich bei ihren Untersuchungen auf die separierten Metallanteile. „Das Projekt EMSARZEM trägt mit dazu bei, durch die thermische Abfallverwertung zukünftig Rohstoffe zu gewinnen, die sonst unwiederbringlich verloren wären“, freut sich GKS-Geschäftsführer Ragnar Warnecke. Insgesamt können dadurch jährlich rund vier Millionen Tonnen an Abfallrückständen restlos verwertet und unterschiedlichen Wertstoffkreisläufen zugeführt werden.

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